LONDON - Das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS ist weitgehend gescheitert - Airbus und Dassault gehen in der Flugzeugentwicklung getrennte Wege. Beim FCAS-Konkurrenzkonsortium GCAP läuft es besser. Jetzt zeigt Kanada an dem System Interesse. Springt auch Deutschland auf den GCAP-Zug auf?
Pünklich zur Luftfahrtmesse in Farnborough hat Edgewing, das Konsortium aus BAE Systems, Leonardo und Japan Aircraft Industrial Enhancement, seinen zweiten Auftrag von der trinationalen GCAP-Agentur erhalten.
Er hat einen Wert von rund 5,4 Milliarden Euro - und finanziert das "Global Combat Air Programme" bis Dezember 2027. In dieser Konzeptprüfungsphase wird der Grundstein für die anschließende detaillierte Designphase gelegt.
Die im britischen Reading ansässige Firma Edgewing baut nun zunächst in Nagoya (Japan), Warton (Großbritannien) und Turin (Italien) neue Standorte auf, um Entwicklung und Produktion des neuen Kampfjets voranzutreiben.
Der GCAP-Fighter soll ab 2035 die in Italien und Großbritannien fliegenden Eurofighter sowie die japanischen Mitsubishi F-2 ersetzen. "Wir schließen derzeit den Aufbau des Unternehmens ab und seit der Einrichtung der Zentrale nehmen wir nun die weltweiten Standorte in Betrieb […] und schaffen so eine physische Infrastruktur mit Tausenden von Ingenieuren", sagte Marco Zoff, CEO von Edgewing, bei einer Pressekonferenz diese Woche in Farnborough.
Die drei Standorte sollen über ein geheimes und geschütztes Kommunikationsnetzwerk verbunden werden. Auch Flugzeugteile sollen künftig an allen drei Orten hergestellt werden. Wo der Kampfjet einmal endmontiert wird, werde man in den kommenden Monaten entscheiden, so Zoff.
Wie teuer wird GCAP?Über die zu erwartenden Gesamtkosten des Programms machten weder Zoff noch Masami Oka, Chef der GCAP-Agentur, die von den Regierungen Großbritanniens, Italiens und Japans 2024 gegründet wurde, Angaben. Es sei noch zu früh in der Entwicklung. Mit genaueren Zahlen könne man am Ende der Konzeptprüfungsphase rechnen. Die drei beteiligten Länder haben sich jedoch dazu verpflichtet, alle denselben Anteil zum Programm beizutragen.
Während der Farnborough International Airshow trat Kanada dem Programm als Beobachternation bei.
"Der Beobachterstatus wird Kanada einen besseren Einblick in GCAP verschaffen und die Möglichkeit bieten, sein Verständnis für die Leitungsstrukturen, die Fähigkeiten und den industriellen Rahmen des Programms sowie für die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen und weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu vertiefen", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der vier Regierungen.
Kanada ist das erste Land mit Beobachterstatus, finanzielle oder industrielle Beteiligung geht damit nicht einher.
Jede Entscheidung über neue Teilnehmer - sei es als vollwertige Partner, als Beobachter oder in einer anderen Funktion - sei eine geopolitische Angelegenheit, die von den drei Regierungen zu bewerten sei, so Zoff am Vortag. Man werde sich an die Vorgaben der Regierungen halten.
Wenn diese entschieden, weitere Partner an Bord zu nehmen, sei das definitionsgemäß ein "Netto-Vorteil", sagte Zoff, ohne näher darauf einzugehen. Allerdings würde die Aufnahme eines neuen, vollwertigen Partners und eine neue industrielle Arbeitsteilung das Programm wohl deutlich verzögern.
Könnte Deutschland bei GCAP mitmachen?Lorenzo Mariani, CEO und General Manager von Leonardo, hat sich erneut offen für einen Beitritt Deutschlands zu GCAP gezeigt. Deutschland sei aufgrund seiner Expertise, seinem wachsenden Verteidigungsbudget und der Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Großbritannien und Italien beim Eurofighter ein passender Partner, sagte er gegenüber Medien.
Für eine Beteiligung einer weiteren Nation an GCAP setzte Mariani jedoch eine Deadline: Es müsse bis Ende 2026 oder spätestens innerhalb eines Jahres passieren. Auch Saudi Arabien gilt als möglicher Kandidat für GCAP.
Andrew Howard, General Manager von GCAP Electronics Evolution, einem Konsortium aus ELT Group, Leonardo und Mitsubishi Electric, sagte gegenüber der "Flug Revue", dass es bezüglich eines Beitritts weiterer Länder Bedenken wegen des straffen Zeitplans von GCAP und auch wegen einer Neuaufteilung der Arbeiten gebe. "Es ist zwar denkbar, aber der Zeitpunkt ist ungünstig", so Howards.
© Flug Revue, UE | Abb.: BAE Systems | 26.07.2026 07:08
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Beitrag vom 27.07.2026 - 10:36 Uhr
und in der Ukraine, wo anfangs Erfolge erzielt wurden durch fertige Bückware, die bis dato hierzulande noch nicht mal getestet wurde.
Was meinen Sie hier?
Sie haben Spielzeug zu Waffen umfunktioniert bereits zu Zeiten, in denen diese Möglichkeit auch hierzulande zwar schon bekannt, aber eben noch nicht erkannt worden war.
Beitrag vom 26.07.2026 - 22:56 Uhr
Wenn "der Haushälter" nichts kaufen will, was bereits irgendwo fertig im Regal liegt, kommt er um diesen Schritt nicht rum...
Junkers, Dornier, Messerschmitt, Focke, Bölkow und wie sie alle heissen, hatten noch viel weniger im Regal liegen als die mit Finanzprogrammen und Hochschulforschung gepäppelten Branchenriesen von heute, aber dafür eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was sie brauchten und bauen wollten. Und zwar schon bevor sie aktiv wurden.
Ich unterstelle jetzt mal, dass der Bau von Kampfflugzeugen in den 1930ern deutlich weniger komplex war als heute.
Damals förderte die Politik den Wettbewerb um die beste Lösung, heute das Procedere um die wählerwirksamsten Bilder.
Heute können wir uns - wenn man integriert vernetzte Kampfflugzeuge entwickelt haben möchte - nur noch max. eine Lösung leisten.
Das, was hinten rauskommt, ist (in allen Bereichen, nicht nur der Flugzeugentwicklung) relativ unwichtig geworden, weil die eigene berufliche Halbwertzeit früher endet als der geplante Nutzungsbeginn, der bei solchen Grossprojekten sowieso regelmässig verpasst wird. Das wirtschaftliche Feedback fehlt eben in weiten Teilen.
Gegenthese: Was "hinten raus kommt" ist deutlich wichtiger geworden, weil man nur noch einen Versuch alle 30 Jahre hat.
Was die damit finanzierte ausgeklügelte High Tech Rüstung in der Praxis nutzt, das sieht man aktuell ja im Iran, wo US-Basen und Welthandel schon durch bereits fertig im Regal liegendes Altgerät problemlos eingeschränkt bis neutralisiert werden,
Basen werden gelegentlich erfolgreich angegriffen bzw nicht mit einer Erfolgsrate von 100,0% verteidigt würde denke ich eher passen.
Und Öltanker kann man nun mal völlig ohne Hightech selbst mit einem JetSki und einem Karabiner angreifen.
Wie das die Sinnlosigkeit eines vernetzten NextGen Kampfflugzeugs belegen soll, erschließt sich mir nicht. Ob dieses Kampfflugzeug noch klassisch bemannt sein muss, ist denke ich eine andere Frage.
und in der Ukraine, wo anfangs Erfolge erzielt wurden durch fertige Bückware, die bis dato hierzulande noch nicht mal getestet wurde.
Was meinen Sie hier?
Irgendwie scheint die Weisheit "Konkurrenz belebt das Geschäft" verlorengegangen zu sein.
Beitrag vom 26.07.2026 - 18:49 Uhr
Junkers, Dornier, Messerschmitt, Focke, Bölkow und wie sie alle heissen, hatten noch viel weniger im Regal liegen als die mit Finanzprogrammen und Hochschulforschung gepäppelten Branchenriesen von heute, aber dafür eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was sie brauchten und bauen wollten. Und zwar schon bevor sie aktiv wurden.
Bitte was?
Das RLM hat also keine Wettbewerbe wie "Bomber B" durchgeführt und Göring war also nicht häufiger mal enttäuscht dass seine absurden Vorstellungen über irgendwas sich am Ende nicht umsetzen ließen?
Was die damit finanzierte ausgeklügelte High Tech Rüstung in der Praxis nutzt, das sieht man aktuell ja im Iran, wo US-Basen und Welthandel schon durch bereits fertig im Regal liegendes Altgerät problemlos eingeschränkt bis neutralisiert werden, und in der Ukraine, wo anfangs Erfolge erzielt wurden durch fertige Bückware, die bis dato hierzulande noch nicht mal getestet wurde.
Wo und wann genau in der Ukraine haben die Russen bitte HighTech Rüstung verwendet?
Der EINZIGE GRUND warum die Drohnen (in) der Ukraine so erfolgreich sein können ist der dass Russland massive Defizite in der Radartechnologie hat was dazu führt dass von Arena bis Panzir quasi alle Systeme welche diese bekämpfen können sollten große Probleme darin haben diese kleinen und vorallem langsamen (!) Ziele zu entdecken und die Ukraine selbst bekommt natürlich keine hochentwickelten Nato Waffen welche frontnah eingesetzt werden damit diese nicht in Russische Hände geraten können.
Hinter der Front werden die Russischen Drohnen inzwischen extrem zuverlässig abgefangen und erreichen nurnoch selten ihr Ziel.
Im Iran schauts gerade auch ziemlich traurig aus nachdem dieses Land auf HighTech Rüstung ebenfalls verzichten musste und den Amerikanischen Luftangriffen somit schutzlos ausgeliefert ist wobei die Amerikaner die Iranischen Angriffe durchaus abfangen können wenn auch noch nicht so zuverlässig wie es vielleicht wünschenswert und möglich wäre.
Ist es auch nicht auffällig wie sowohl Russland als auch insbesondere der Iran immer stärker auf Balistische Raketen setzen obwohl diese so viel teurer und aufwändiger sind als Drohnen?
Was sagt uns das über den Wert von HighTech?
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Sie haben Spielzeug zu Waffen umfunktioniert bereits zu Zeiten, in denen diese Möglichkeit auch hierzulande zwar schon bekannt, aber eben noch nicht erkannt worden war.
Junkers, Dornier, Messerschmitt, Focke, Bölkow und wie sie alle heissen, hatten noch viel weniger im Regal liegen als die mit Finanzprogrammen und Hochschulforschung gepäppelten Branchenriesen von heute, aber dafür eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was sie brauchten und bauen wollten. Und zwar schon bevor sie aktiv wurden.
Ich unterstelle jetzt mal, dass der Bau von Kampfflugzeugen in den 1930ern deutlich weniger komplex war als heute.
Damals förderte die Politik den Wettbewerb um die beste Lösung, heute das Procedere um die wählerwirksamsten Bilder.
Heute können wir uns - wenn man integriert vernetzte Kampfflugzeuge entwickelt haben möchte - nur noch max. eine Lösung leisten.
Das, was hinten rauskommt, ist (in allen Bereichen, nicht nur der Flugzeugentwicklung) relativ unwichtig geworden, weil die eigene berufliche Halbwertzeit früher endet als der geplante Nutzungsbeginn, der bei solchen Grossprojekten sowieso regelmässig verpasst wird. Das wirtschaftliche Feedback fehlt eben in weiten Teilen.
Gegenthese: Was "hinten raus kommt" ist deutlich wichtiger geworden, weil man nur noch einen Versuch alle 30 Jahre hat.
Was die damit finanzierte ausgeklügelte High Tech Rüstung in der Praxis nutzt, das sieht man aktuell ja im Iran, wo US-Basen und Welthandel schon durch bereits fertig im Regal liegendes Altgerät problemlos eingeschränkt bis neutralisiert werden,
Basen werden gelegentlich erfolgreich angegriffen bzw nicht mit einer Erfolgsrate von 100,0% verteidigt würde denke ich eher passen.
Und Öltanker kann man nun mal völlig ohne Hightech selbst mit einem JetSki und einem Karabiner angreifen.
Wie das die Sinnlosigkeit eines vernetzten NextGen Kampfflugzeugs belegen soll, erschließt sich mir nicht. Ob dieses Kampfflugzeug noch klassisch bemannt sein muss, ist denke ich eine andere Frage.
und in der Ukraine, wo anfangs Erfolge erzielt wurden durch fertige Bückware, die bis dato hierzulande noch nicht mal getestet wurde.
Was meinen Sie hier?
Irgendwie scheint die Weisheit "Konkurrenz belebt das Geschäft" verlorengegangen zu sein.
Junkers, Dornier, Messerschmitt, Focke, Bölkow und wie sie alle heissen, hatten noch viel weniger im Regal liegen als die mit Finanzprogrammen und Hochschulforschung gepäppelten Branchenriesen von heute, aber dafür eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was sie brauchten und bauen wollten. Und zwar schon bevor sie aktiv wurden.
Bitte was?
Das RLM hat also keine Wettbewerbe wie "Bomber B" durchgeführt und Göring war also nicht häufiger mal enttäuscht dass seine absurden Vorstellungen über irgendwas sich am Ende nicht umsetzen ließen?
Was die damit finanzierte ausgeklügelte High Tech Rüstung in der Praxis nutzt, das sieht man aktuell ja im Iran, wo US-Basen und Welthandel schon durch bereits fertig im Regal liegendes Altgerät problemlos eingeschränkt bis neutralisiert werden, und in der Ukraine, wo anfangs Erfolge erzielt wurden durch fertige Bückware, die bis dato hierzulande noch nicht mal getestet wurde.
Wo und wann genau in der Ukraine haben die Russen bitte HighTech Rüstung verwendet?
Der EINZIGE GRUND warum die Drohnen (in) der Ukraine so erfolgreich sein können ist der dass Russland massive Defizite in der Radartechnologie hat was dazu führt dass von Arena bis Panzir quasi alle Systeme welche diese bekämpfen können sollten große Probleme darin haben diese kleinen und vorallem langsamen (!) Ziele zu entdecken und die Ukraine selbst bekommt natürlich keine hochentwickelten Nato Waffen welche frontnah eingesetzt werden damit diese nicht in Russische Hände geraten können.
Hinter der Front werden die Russischen Drohnen inzwischen extrem zuverlässig abgefangen und erreichen nurnoch selten ihr Ziel.
Im Iran schauts gerade auch ziemlich traurig aus nachdem dieses Land auf HighTech Rüstung ebenfalls verzichten musste und den Amerikanischen Luftangriffen somit schutzlos ausgeliefert ist wobei die Amerikaner die Iranischen Angriffe durchaus abfangen können wenn auch noch nicht so zuverlässig wie es vielleicht wünschenswert und möglich wäre.
Ist es auch nicht auffällig wie sowohl Russland als auch insbesondere der Iran immer stärker auf Balistische Raketen setzen obwohl diese so viel teurer und aufwändiger sind als Drohnen?
Was sagt uns das über den Wert von HighTech?