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Nach dem FCAS-Aus ist die deutsche Fighter-Strategie wieder offen. Ein Spurwechsel in das FCAS-Konkurrenzprogramm GCAP - denkbar, aber schwierig. Denn das GCAP-Konsortium Edgewing aus BEA Systems, Leonardo und Mitsubishi Heavy steckt schon tief im Projekt.
"Der Zeitplan ist sehr eng, da die Inbetriebnahme des Systems bereits für 2035 vorgesehen ist und unsere Kunden sich eine Vorverlegung wünschen", sagte Leonardo-Chef Lorenzo Mariani jetzt dem "Handelsblatt".
Der GCAP-Fighter soll ab 2035 in Italien und Großbritannien Eurofighter und in Japan die Mitsubishi F-2, ein Kampfjet auf Basis der F-16, ersetzen.
Zuletzt gab es Erfolgsmeldungen. Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough verkündete Edgewing einen zweiten Auftrag der trinationalen GCAP-Agentur - 5,4 Milliarden Euro leiten das Projekt bis Dezember 2027 von der Konzeptprüfungsphase in die Designphase über.
Edgewing richtet mit dem Geld der Partnerstaaten in Nagoya, Warton und Turin Entwicklungs- und Produktionsstandorte ein.
Begrenzte Industriepakete gegen Aufträge
Ein deutscher Projekteinstieg würde GCAP zwar "kurzfristig" verzögern, sich am Ende aber auszahlen, sagte Mariani dem "Handelsblatt". "Weitere Partner" seien sinnvoll, "weil sie nicht nur zur Entwicklung beitragen, sondern durch ihre Flugzeugkäufe auch zur Amortisierung der getätigten Investitionen beitragen werden."
Der Manager rechnet bei GCAP wegen der hohen Kosten und technologischen Komplexität mit geringeren Stückzahlen als beim Eurofighter. Spielraum für eine industrielle Teilhabe Deutschlands sieht Mariani auf Ebene der "Systemintegratoren wie Airbus" und bei "Subsystem-Integratoren wie Hensoldt".
"Team Gen 6": Airbus schart Projektpartner um sich
Eine reine Integratorenrolle dürfte für Airbus kaum attraktiv sein. Der Konzern schart nach dem Zerfall des ursprünglichen FCAS-Konsortiums mit Dassault und Indra Sistemas bereits Partner für einen Neustart um sich.
Neben der Rüstungssparte von Airbus wollen MTU, Hensoldt, MBDA, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr sowie Rohde und Schwarz ein Kampfflugzeug der sechsten Generation in Deutschland entwickeln. Sie treten gemeinsam unter dem Namen "Team Gen 6" auf.
Michael Schöllhorn, Chef von Airbus Defence and Space, hatte auf der ILA 2026 für eine kompakte Lösung geworben, die sich eng an den militärischen Bedürfnissen orientiere - und nicht an zu viel Komplexität kranke, weil zu viele Länder zu viele verschiedene Wünsche in ein Design packen wollen.
Als Zeithorizont für die Entwicklung nannte der Manager den Zeitraum von Mitte der 2030er Jahre bis 2040. "Anders als beim letzten Mal sollten wir politische, militärische und industrielle Interessen in Einklang bringen", sagte Schöllhorn.
© aero.de, dpa | Abb.: Edgewing | 11.09.2026 06:43







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