Airbus-Warnung
Vor 5 Tagen

In Russland werden Flugzeugteile knapp

Azimuth Airlines SSJ100
Azimuth Airlines SSJ100, © Azimuth Airlines

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ROSTOW AM DON - Sanktionen setzen der russischen Luftfahrtindustrie weiter zu. Der Hersteller UAC hat eine neue SSJ100 mit Triebwerken aus dem Wartungspool ausgeliefert. Russische Airlines fliegen ihre Jets zunehmend auf Verschleiß - Airbus zeigt sich über den Wartungszustand der Flugzeuge besorgt.

Russland gehen die Superjet-Triebwerke aus. Nach einem Bericht der Zeitung "Kommersant" hat UAC gerade eine neue SSJ100 mit einem Sam146-Set aus der Wartungsreserve ausgeliefert. Das Flugzeug ging an Azimuth Airlines.

Wegen westlicher Sanktionen kann der Hersteller derzeit keine neue Sam146 beziehen - das Triebwerk wird in einem Joint Venture mit dem französischen Konzern Safran produziert. Triebwerke, die sich vor dem russischen Überfall auf die Ukraine zur Überholung in Frankreich befanden, blieben genau dort.

Kurzfristig löst die Plünderung der Wartungslager zwar das Problem des Herstellers - die westlichen Sanktionen setzen aber immer deutlichere Treffer. Das komplett russische PD-8 Superjet-Triebwerk wird frühestens Ende 2023 zur Verfügung stehen - und zumindest anfangs erst in überschaubaren Stückzahlen.

Leere Regale in den Teilelagern verschärfen da die Situation. Erste Airlines, darunter Aeroflot, schlachten nach Medienberichten inzwischen funktionsfähige Jets als Teilespender aus - und fliegen ihre Flotten nach Einschätzung des Herstellers Airbus zunehmend auf Verschleiß.

Airbus sieht Flugsicherheit gefährdet

"Wir sind besorgt über die Zustände in der Wartung, da die Flugzeuge derzeit viel fliegen", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury im Oktober. "Wegen der Sanktionen können wir unsere Kunden nicht wie in normalen Zeiten unterstützen. Das ist etwas, das tatsächlich einige Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit aufwirft."

Airbus- und Boeing-Flotten setzen russische Airlines derzeit überwiegend im Inland ein - im Ausland ist das Risiko einer Festsetzung durch Leasingfirmen zu groß, denen Russland die Flugzeuge entzogen hat. Die Superjet-Flotte übernimmt unterdessen zunehmend internationale Linienverkehre.
© aero.de | Abb.: Azimith Airlines | 24.11.2022 09:50

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Beitrag vom 25.11.2022 - 18:51 Uhr
@EricM: Zu der Lage muss es aber auch irgendwie vor 10 Jahren gekommen sein. Also doch selber schuld, wenn man das alles geschehen lässt und durchwinkt

Dann beschäftigen Sie sich doch einfach enmal ein bisschen mit der (Wirtschafts)Geschichte Russlands seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
Und NEIN: damit meine ich nicht die (angeblich russlandfeindliche) NATO Osterweiterung.
Sondern des "segensreiche" Wirken westlicher 'Berater' (insbesondere aus den USA) in den 90iger Jahren - vor allem in der Jelzin - Ära.
Beitrag vom 25.11.2022 - 15:50 Uhr
@EricM: die Zusammenfassung der aktuellen Situation stimmt zwar schon, aber das kann keine Begründung sein, dass man einfach mal wegschaut, wenn die eigene Regierung mit den eigenen Soldaten ein anderes Land erobern möchte.

Nein, definitiv nicht.
Daher schrieb ich ja weiter oben "eingeschränkt richtig" statt "falsch".
Beitrag vom 25.11.2022 - 14:07 Uhr
@EricM: die Zusammenfassung der aktuellen Situation stimmt zwar schon, aber das kann keine Begründung sein, dass man einfach mal wegschaut, wenn die eigene Regierung mit den eigenen Soldaten ein anderes Land erobern möchte. Wie schon gesagt wurde, hat gerade Deutschland das vor 90 Jahren auch so erlebt - hier ist das passiert mit allen bekannten Konsequenten. Nur dass wir noch nicht so weit sind, dass eine Allianz aus USA&Co. oder sogar eigentlich gegensätzliche Allianzen wie USA&China (im 2. WW: USA&Sowjetunion) in Russland einmarschieren und die Regierung aus dem Amt jagen.

Ich möchte nicht in der Situation der russischen Bürger sein und bin froh, dass ich hier einfach mal meine Meinung dazu äußern kann. Dabei habe ich noch die Hoffnung, dass in Deutschland sich gegen Extremisten genügend Widerstand immer finden wird, dass wir auch nie mehr in die Situation kommen werden.

Zur Luftfahrt: Es ist ziemlich einfach. Dann müssen die russischen Airlines die Flieger halt stehen lassen. Weiterfliegen ist unverantwortlich. Russland kann sich ja aus der Ukraine zurückziehen und Reparationen leisten, dann wird sich auch ein Weg für Ersatzteile nach Russland finden. Interessant, wie in Russland Prioritäten gesetzt werden.

@FRAHAM: das Problem ist also, dass "der Westen" keine Ersatzteile liefert und nicht etwa, dass die russische Armee gerade die Ukraine zerstört?

Dieser Beitrag wurde am 25.11.2022 14:10 Uhr bearbeitet.


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