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Austrian «operated by Tyrolean»

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AUA-Vorstände Karsten Benz (CCO) und Jaan Albrecht (CEO), v.l.n.r., © Ingo Lang

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WIEN - Das hätten sich Gernot und Christian Swarowski wohl nicht erträumen lassen, als sie im April 1980 mit ihrer "Tyrolean Airways" und einer einzigen Dash-7 ihre Tiroler Heimat vom verwaisten Olympia-Airport Innsbruck aus wieder mit der Welt verbanden. Ging es erst nur nach Wien und Zürich, so geht es jetzt weltweit bis New York und Tokio. Seit heute sind die Tiroler die Fahnenträger der Nation, ein Konstrukt, an das sich nicht nur die Kunden erst noch gewöhnen müssen.

Dass diese von dem Rollentausch gar nichts merken sollen, mag freilich schon am Ticket scheitern, ein Staralliance-Flug von Toronto nach Delhi via Wien, "operated by (no-name) Tyrolean" könnte auf gestandene Vielflieger durchaus irritierend wirken, ganz sicher aber nicht professionell. Austrians Führung sieht das freilich anders, die kränkelnde AUA sei jetzt endlich am Weg der Gesundung, verkündet AUA-Chefpilot Jaan Albrecht in einer Aussendung anläßlich des vollendeten Betriebsübergangs.

Die Medizin: Eine Rekapitalisierung der Airline in der Größenordnung von 300 Millionen Euro (netto abzüglich Kosten), je zur Hälfte durch einen Zuschuss der Mutter und durch eine Auflösung von Pensionsrücklagen.

Anders als bei der Privatisierung der Lufthansa musste die österreichische Tochter ihre Pensionsaltlasten selbst entsorgen, nach einem Muster das inzwischen den Mitarbeitern konzernweit Sorgen macht. Folgt der "Tyrolean worldwide" am Airport Basel bald eine in den französischen Sektor verlegte, EU-affine "Swiss-light", oder eine EU-Kerntochter "Brussel", die vom EU-Host Belgien subventioniert, billig für den Konzern fliegt?

Konzernweit im Linienbetrieb konsolidiert ist inzwischen auch Billigableger Germanwings, nicht nur wie zuerst geheissen im dezentralen Geschäft, sondern auch als Zubringer in das weltweite Netzwerk des Konzerns.

Schwer zu glauben, dass die erstaunlichen Kursänderungen der Lufthansa-Töchter das Produkt autonomer Entscheidungen ihrer Chefpiloten sind- Der Konzern ist als Ganzes im Umbau, mit einem kollektiven Ziel: Angesichts der Machtverschiebungen in den globalen Märkten will (und muss) die Lufthansa Gruppe groß und stark werden. Aus eigener Kraft.

Und eben dazu braucht es auch die (unproduktiven) Pensionsrücklagen einer AUA-Alt. Die neue Austrian, operated by Tyrolean, ist nur ein kleiner Schritt in Richtung eines größeren Ganzen, und daran werden sich nicht nur ihre Kunden gewöhnen müssen, sondern unabhängig von der Sicht der Gerichte, ab heute auch ihre "alten" Piloten. Die Tiroler werden das zu schätzen wissen, verdanken sie ihnen doch ihren Aufstieg zu einer respektablen Weltairline.

© Bob Gedat, aero.at | Abb.: Ingo Lang | 01.07.2012 14:49


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