Flug OZ-214
Älter als 7 Tage

Südkorea sanktioniert Asiana Airlines für Landeunfall

Asiana Boeing 777-200ER
Verunfallte Asiana Boeing 777-200ER, © NTSB, CCBYSA

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SEOUL - Südkorea verhängt eine Strafe über Asiana Airlines für das tödliche Ende von Flug 214 in San Francisco. Asiana sei beauflagt, ihre Flüge von Seoul nach San Francisco für 45 Tage auszusetzen, teilte das südkoreanische Verkehrsministerium am Freitag mit. Asiana kann die Entscheidung anfechten.

Flug 214, eine Boeing 777-200ER mit 307 Menschen an Bord, berührte am 06. Juli 2013 nach einem viel zu tiefen Sichtanflug auf SFO eine Uferbefestigung vor der Piste 28L.

Bei dem Landeunfall selbst kamen zwei Menschen ums Leben. Eine junge Frau, die es noch aus eigener Kraft aus dem Wrack geschafft hatte, starb, nachdem sie von einem Feuerwehrfahrzeug übersehen und überrollt wurde.

Die US Ermittlungsbehörde NTSB erkannte nach einjähriger Ermittlungsarbeit auf Pilotenfehler und mangelhafte Kommunikation im Cockpit als Hauptursachen des Unglücks. Unzureichendes Training bei Asiana und die komplexe Bedienlogik der 777 hätten im Ablauf der Ereignisse ebenfalls eine Rolle gespielt.

Nach dem Unfall, der neben den Toten 49 Verletzte forderte, implementierte Asiana neue Trainingsabläufe für ihre Piloten, ersetzte ihren Vorstandschef und ernannte einen Vorstand für Sicherheit.

"Die Regierung beabsichtigt, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Pilotentraining bei Asiana zu verbessern", erklärte das Ministrium. Der mögliche Strafrahmen eines 90-tägigen Streckenverbots sei nicht voll ausgeschöpft worden, weil die Crew alle Passagiere nach dem Unfall professionell evakuiert habe.

Asiana werde rechtliche Schritte gegen die Strafe prüfen, teilte die Airline in einer Email mit. In 15 Tagen endet die Widerspruchsfrist. Soweit Asiana den Entscheid akzeptiert muss sie innerhalb der nächsten sechs Monate für 45 Tage auf Flüge nach San Francisco verzichten - ein herber Umsatzverlust.

Der Weltairlineverband IATA hatte sich im vergangen Monat für Asiana eingesetzt und Südkorea gebeten, von der Sanktion abzusehen. Eine Airline sei mit den finanziellen Folgen eines schweren Unfalls bereits genug gestraft, schrieb die IATA in einem Brief an das Verkehrsministerium in Seoul.
© Bloomberg, aero.de | Abb.: NTSB | 14.11.2014 09:58

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Beitrag vom 16.11.2014 - 03:47 Uhr
Es bringt einen Wettbwerbsvorteil fuer Korean Airlines, eine "westliche" Airline [...]

Inwiefern ist Korean Airlines eine westlichere Fluggesellschaft als Asiana?
Beitrag vom 15.11.2014 - 13:24 Uhr
Ein Flugverbot auszusprechen, um möglicherweise fehlende Sicherheitsstandards durchzusetzen wäre ja noch zu verstehen! Aber diese Maßnahme erscheint wirklich seltsam!
Beitrag vom 15.11.2014 - 11:45 Uhr
Protektismus pur! Es bringt einen Wettbwerbsvorteil fuer Korean Airlines, eine "westliche" Airline, ironischerweise mit sehr sehr schlechtem safety record.


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