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Eurowings zieht sich von Austrian zurück

Eurowings Airbus A320
Eurowings Airbus A320, © world-of-aviation.de Björn Schmitt Aviation Photography

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WIEN - Per e-Mail informierte am Freitag der Vorstand von Austrian Airlines die Mitarbeiter, Eurowings werde ihre in Wien stationierten Flugzeuge künftig selbst bereedern. Gewerkschaft vida und Betriebsrat Bord reagierten scharf, sie befürchten eine Unterwanderung der Sozialstandards im Kollektivvertrag.

Bordbetriebsrat Karl Minhard und vida-Fachbereichsleiter Johannes Schwarcz kritisieren die Lufthansa-Führung, sie habe die Belegschaft hinters Licht geführt. Dazu habe die Lufthansa auch ihre Verträge mit Austrian gebrochen, so Minhard und Schwarcz in einer Presseaussendung.

Die ursprüngliche Planung sah einen Betrieb der ersten zwei in Wien stationierten Eurowings Airbus A320 durch Austrian Airlines vor.

Mit dem neuen, seit April 2015 gültigem Kollektivvertrag der AUA-Crews dürfte Austrian derzeit zu den konzernweit günstigsten Kosten fliegen. Dazu reagierte auch die Vereinigung Cockpit scharf, die in der Auslagerung eine weitere Unterwanderung der Kollektivverträge innerhalb der Lufthansa-Gruppe befürchtete. Neben der Bestellung des fliegenden Personals sollte Austrian die Teilflotte auch technisch betreuen.

Von den auf Rechnung Eurowings geplanten Billigflügen erwartete sich Austrian Airlines zusätzliches Wachstum.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Auf Anfrage von aero.at erklärt Austrian Airlines nun, sie werde sich im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Lufthansagruppe und einer damit einhergehenden geschärften Abgrenzung der Geschäftsmodelle zwischen Netz-und Point-to-Point Airlines in Zukunft stärker auf ihre Rolle als Netzwerker konzentrieren.

Austrian Airlines beabsichtigt hingegen im Sommer 2016 im gleichen Umfang eine stärkere Rolle im Nachbarschaftsverkehr zwischen Österreich und Deutschland zu übernehmen. Kolportiert wird die Indienststellung von zwei weiteren Airbus A320 Flugzeugen.

Zur Diskussion stünden Flüge zwischen Österreich und Frankfurt, München und/oder anderen deutschen Städten. Damit soll Austrian Airlines primär im Netzverkehr wachsen.

Laut Austrian-Sprecher Peter Thier bedeutet dies, dass Austrian Airlines die Expansionsanstrengungen auf die Marke myAustrian fokussieren wird. Die strategische Priorität liege beim Ausbau des Geschäfts mit eigenen Flugzeugen - "unter rot-weiß-roter Flagge".

Neben der im September beschlossenen Neuordnung der Führungstrukturen im Lufthansakonzern, erhielt auch Austrian Airlines eine neue Führung. Seit August wird die österreichische Lufthansatochter von Kay Kratky geleitet. Kratky war zuvor im Lufthansavorstand für das Hubmanagement zuständig. Er folgt auf Jaan Albrecht, der als CEO zu Sunexpress wechselte, einem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines. Ab Oktober führt Sunexpress für Eurowings auch Langstreckenflüge durch.
© aero.at | Abb.: Björn Schmitt Aviation Photography | 02.10.2015 15:14

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Beitrag vom 07.10.2015 - 09:11 Uhr
Wieviele Teilzeiitpiloten hat Lufthansa?

Selbst wenn wir die Zahl hätten müssten wir noch den jeweiligen Anteil TZ wissen. Aber wofür ist das relevant?

Falsch .Gesetz in Deutschland : 24 Tage.Piloten arbeiten auch Samstags und Sonntags.Daher gilt für die Piloten die 24-Werktage-Regel.

Sind immer 24 Tage.
BUrlG
§ 3 Dauer des Urlaubs
(1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.
(2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2015 09:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.10.2015 - 06:26 Uhr
> Habe noch eine schöne Studie von Roland Berger entdeckt, die bestätigt ihre Zahlen. Allerdings ging es mir in meinem Post eher um die Relativierung der PK Crew gegenüber Gesamtkosten und um das Argument eine bestimmte Berufsgruppe würde die Airline in den Ruin treiben. Die fliegen schon nach EU OPS und kommen an die Max. Std.

Wäre schön, wenn mir einer mal folgendes erklären könnte:

RYANAIR:
Flugzeuge: 308 (Annual Report 2015)
Piloten: ca. 2.900 (Annual Report 2015)
Flugstunden je Tag und Flugzeug: 9 Stunden (Annual Report 2015)
Jedes Ryanairflugzeug benötigt 9,4 Piloten und fliegt 3.296 Flugstunden pro Jahr.

GERMANWINGS:
Flugzeuge: 67 (Wikipedia)
Piloten: 770 (FAZ, 27. März 15)
Jedes Germanwingsflugzeug benötigt demnach 11,5 Piloten und fliegt wahrscheinlich weniger Stunden als Ryanair, die ja für ihre hohe Flugzeugproduktivität bekannt ist.

Für mich sieht es so aus, dass Ryanairpiloten um 22% produktiver sind als Germanwingspiloten.

Germanwings soll wiederum 20% produktiver sein als Lufthansa, was bedeuten würde, dass Ryanairpiloten über 40% produktiver sind als Lufthansapiloten.

Wie kann das denn gehen, wenn Lufthansapiloten schon die maximal erlaubten Stunden fliegen?

Weil Sie auch die Pilotenstunden vergleichen müssten. Und die sind unterschiedlich durch länderspezifische Urlaubsregelungen ( nicht MTV ! sondern gesetzl. Urlaubstage ) und auch in Deutschland gesetzliche Teilzeit.
Wenn ein Pilot TZ fliegt, dann brauchen sie mehr Piloten, kostet die Firma aber nicht mehr weil sie ja auch nicht nur den Lohnteil sondern auch die Steuern und Abgaben darauf spart. Sie setzten aber für jeden Piloten den gleichen Kostenpunkt vorraus. Das stimmt aber nicht.

Ausserdem kann man die gesetzl. Ruhezeit, die den Piloten zusteht auch schön in die eh unbezahlte TZ legen. Ist also eine WIN WIN Situation und somit die Zahl der angestellten Piloten nicht immer 1:1 gleichzusetzen mit angebl. Lohnkosten.

Und da Sie die Pilotenstunden nicht vergleichen können hinkt der Vergleich.

Der gesetzliche Mindesturlaub ist in 20 Tage, sowohl in Deutschland als auch Irland.
Gibt es denn Quellen, dass 4U und LH einen hohen Anteil and Teilzeitpiloten haben?

Falsch .Gesetz in Deutschland : 24 Tage.Piloten arbeiten auch Samstags und Sonntags.Daher gilt für die Piloten die 24-Werktage-Regel.

Genau 24 Werktage, also 4 Wochen. Genau wie in Irland.
Wieviele Teilzeiitpiloten hat Lufthansa?
Beitrag vom 07.10.2015 - 06:17 Uhr
@BoeingB757767
Ausserdem kann man die gesetzl. Ruhezeit, die den Piloten zusteht auch schön in die eh unbezahlte TZ legen. Ist also eine WIN WIN Situation und somit die Zahl der angestellten Piloten nicht immer 1:1 gleichzusetzen mit angebl. Lohnkosten.

Nicht ganz korrekt. Gesetzliche RZ darf nicht in Urlaub usw. gelegt werden, MTV schon. Das wird zwar nicht offen kommuniziert, aber auf Nachfrage geändert ;-)


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