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O`Leary: Lufthansa zerlegt sich gerade

Ryanair CEO Micheal O'Leary
Ryanair CEO Micheal O'Leary, © Ryanair

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DUBLIN - Ryanair enteilt der Konkurrenz, Passagierzahlen und Gewinne gehen bei Europas größtem Günstigflieger durch die Decke. Spindoktor Michael O`Leary treibt Ryanair von Rekord zu Rekord - und sieht am Himmel dunkle Wolken für seine zwei großen Wettbewerber in Deutschland aufziehen.

"Wenn Sie (...) Lufthansa oder Air Berlin sind, wachsen Sie nicht mehr", sagte O`Leary in einem lesenswerten Interview mit der "Welt". "Das Geschäftsmodell von Lufthansa zerlegt sich gerade." Hohe Kosten, Pilotenstreiks und in Europa immer aktivere Golfairlines setzen Lufthansa nicht nur in O`Learys Augen zu.

Der Ryanair-Chef sagt eine Konsolidierungswelle voraus, in der Günstigairlines und Netzwerker zueinander finden werden. "Die großen Fluggesellschaften werden mit Low-Cost-Airlines zusammenarbeiten."

Natürlich will Ryanair den Wandel durch gegenseitige Annäherung an Europas Drehkreuzen nach eigenen Vorstellungen gestalten und machte jüngst der British-Airways-Mutter IAG Avancen.

Auch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr will sich O`Leary bereits informell über Zubringerflüge unterhalten haben. Lufthansa könne "diesbezügliche Gespräche nicht bestätigen", winkte der Konzern am Montag auf Anfrage unserer Redaktion ab. Ohnehin scheint man in Frankfurt einen anderen Favoriten für eine erweiterte Günstigstrategie im Auge zu haben.

"Wir können aktiv mit anderen Airlines kooperieren, und Easyjet hat schon häufig Interesse daran bekundet, mit der Lufthansa-Group zusammenzuarbeiten", ließ sich Spohr Ende September vom "Spiegel" zitieren. Eine Kooperation sei auf Ebene der Eurowings Europe denkbar.

Gleichwohl eint Spohr und O`Leary die Einschätzung, dass Europas Günstigflugsektor und mit ihm der gesamte Europaverkehr eine Konsolidierung vertrage.

"Lufthansa wird sich darauf konzentrieren, die Routen nach Frankfurt und München und die Langstrecken zu verbinden", sagte O`Leary der "Welt". "Alles andere muss weg." Er erwarte außerdem den baldigen Einstieg einer Golfairline bei Lufthansa.

Während sich viele Konkurrenten eben so über Wasser halten surft Ryanair auf einer Welle des Erfolgs. Prall gefüllte Sommerflüge erlaubten O`Leary die Anhebung des laufenden Gewinnziels auf 1,225 Milliarden Euro. Es wäre der erste Milliardengewinn für Ryanair. In den nächsten Jahren will sich Ryanair auf zwei Milliarden Euro Jahresgewinn steigern.
© aero.de | Abb.: Ryanair | 14.10.2015 12:15

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Beitrag vom 15.10.2015 - 11:48 Uhr
Vielleicht soll es nicht heißen 60%, sondern 60€?
;)
Beitrag vom 15.10.2015 - 11:41 Uhr
Vielleicht soll es nicht heißen 60%, sondern 60€?
Beitrag vom 15.10.2015 - 08:56 Uhr
Ich als einfacher Kunde würde mich an Flughäfen wie MUC oder FRA nur über LCC's freuen, da LH meiner Meinung auf Kurz/Mittelstrecke bis auf ein kleines billiges Brötchen(wenn überhaupt) mir nicht mehr gibt. Obwohl ich massiv mehr zahlen muss. Mein vor 2 Tagen gebuchter Flug von MUC-FCO kostete beim LCC (Vueling) 30% mehr wie LH. Bis sich herausstellte, das LH mit Ihrem tollen "Billigtarif Basic" keine Koffer mitnimmt und so noch mal viel mehr gekostet hätte und so 60% mehr gekostet hätte.


Also das verstehe ich nicht. LH 30% billiger ohne Koffer und mit Koffer 60% teurer? Koffer kostet doch glaube ich € 15 pro Strecke, da müssten also die € 30 hin und zurück so einen gewaltigen Sprung machen?
Vor allem, war beim Vueling Preis der Koffer schon drin?

Zudem glaube ich schon, dass das LH Produkt besser für einen Kunden ist und eben nicht nur wegen des Brötchens und des Getränkes. Vueling hat etwa auf der Strecke MUC - FCO einen täglichen Flug, Lufthansa fünf. Das ist vor allem, wenn mal ein Flug gestrichen wird ein großer Vorteil. Ich kann nur sagen, dass ich bei Stornierungen (warum auch immer) bei LH/4U immer noch schneller ans Ziel kam, als etwa bei EasyJet oder Wizz. Da habe ich bei Streichung der Direktverbindung durch ein back-up Hub- und Spoke System dann doch eher die Möglichkeit noch am gleichen Tag anzukommen.

Zudem haben Vielflieger halt noch den Vorteil der Senator Lounge und der Meilen. Das ist, denke ich, der entscheidende Unterschied. LH wird tendenziell eine andere Klientel ansprechen als LCC's. Für mich ist es ein echter Vorteil, dass ich bei 4U Meilen für meinen Status bei United sammeln kann, da ich eben sowohl über den Atlantik als auch inneneuropäisch oft unterwegs bin. Daher würde ich eben im Zweifel lieber LH/4U als Vueling fliegen. Die Masse der Economy Kunden tickt da sicher anders.

Die Vergleiche hinken ohnehin. Zum einen ist natürlich ein bestimmtes Datum nicht gerade repräsentativ. Zudem habe ich beim LCC sicherlich die Möglichkeit günstig eine bestimmte Strecke zu fliegen. Aber, wenn die nicht angeboten wird, dann muss ich auf einen der Netzwerkcarrier ausweichen. Z.B. von CGN nach WAW kann ich jetzt mit Ryanair (will das aber nicht!) fleigen, wenn auch ins Nebelloch Modlin. Will ich jedoch etwa nach POZ, dann werde ich halt mit LH fliegen. Ryanair bietet mir da nicht mal ne garantierte Umsteigeverbindung.

Die Streiks sind in der Tat ein Problem, aber wollen wir mal hoffen, dass das mal bald vorbei ist.




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