Zeitungsbericht
Älter als 7 Tage

IAG kreist wieder über Norwegian

Norwegian Boeing 737-800
Norwegian Boeing 737-800, © Norwegian

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MADRID - Holt Willie Walsh Norwegian doch noch an Bord? Nach Informationen einer spanischen Zeitung lässt der IAG-Chef nach zwei erfolglosen Anläufen ein neues Übernahmeangebot für den norwegischen Preisbrecher vorbereiten. IAG - der Mutterkonzern von British Airways, Aer Lingus und Iberia - wiegelt ab.

Die Börse hat die Nachrichtenlage schnell eingepreist: Norwegian-Aktien zogen am Freitag um zwölf Prozent an, nachdem die spanische Zeitung "Okdiario" über eine dritte Übernahmeofferte der IAG an Norwegian berichtet hatte.

Die US-Investmentbank JPMorgan werde innerhalb der nächsten 15 Tage ein 1,2 Milliarden Euro schweres Angebot der IAG für Norwegian ausarbeiten, heißt es in dem Bericht. An der Börse ist Norwegian derzeit nur rund die Hälfte wert.

"Wir haben in den letzten Monaten mehrfach klar gesagt, dass wir nicht mehr an Norwegian Air interessiert sind", wies IAG-Sprecherin Laura Goodes die Meldung am Freitag zurück. "Es hat sich nichts daran geändert."

IAG hatte 2018 zwei erfolglose Anläufe auf Norwegian unternommen und laut Insidern bis zu 1,5 Milliarden Euro geboten. Norwegian hat 2018 im operativen Geschäft 264 Millionen Euro Verlust geschrieben und inzwischen Netz und Flotte gestrafft. Der Milliardär John Fredriksen pumpte neues Kapital in die Airline.

Ein Aktienpaket von 4,7 Prozent, mit dem IAG bei Norwegian schon einen Fuß in er Tür hatte, hat der Konzern Anfang 2019 wieder abgestoßen. "Es ist wirklich ärgerlich, dass es am Ende nicht geklappt hat", blickte Walsh im März auf den verpassten Deal zurück - und schloss einen neuen Anlauf explizit nicht aus.

"Niemals nie"

Walsh sieht Günstiglangstrecken als "sehr rentable Nische". Er werde in Sachen Norwegian daher "niemals nie sagen". IAG hatte den Rückzug aus den Norwegian-Verhandlungen gegenüber ihren Aktionären im Januar 2019 mit Zweifeln an einer nachhaltig geringen Kostenbasis des Übernahmeziels begründet.

Laut Okdiario könnte eine Personalie bei Norwegian den Stein nochmal ins Rollen ins gebracht haben: Björn Kise hat sich im Mai aus dem Aufsichtsrat von Norwegian zurückgezogen. Der Großaktionär und enge Vertraute von Vorstandschef Björn Kjos galt als Gegner eines Verkaufs der Airline an den IAG-Konzern.

IAG will die Flotten der hauseigenen Günstigproduzenten Vueling und Level auf die Boeing 737 MAX umstellen, auf die auch Norwegian setzt. Mitten im Grounding der 737 MAX hat Walsh auf der Paris Air Show einen Vorvertrag über 200 Flugzeuge unterzeichnet.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Norwegian | 07.07.2019 10:45


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