Kapitel 15
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Thomas Cook: Gläubigerschutz in den USA

Thomas Cook Airbus A330
Thomas Cook Airbus A330, © Manchester Airport

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NEW YORK - Insolvenzantrag in den USA: Thomas Cook sucht Schutz vor amerikanischen Gläubigern. Der angeschlagene Condor-Mutterkonzern steht vor entscheidenden Tagen - am 27. September werden die Gläubiger über einen Sanierungplan unter Federführung des Großaktionärs Fosun abstimmen.

Kapitel 15 der US-Insolvenzordnung schützt ausländische Firmen vor Zugriff und Klagen ihrer amerikanischen Gläubiger während eines Sanierungsverfahrens.

Laut Gerichtsdokumenten, aus denen "Bloomberg" zitiert, hat Thomas Cook am 16. September vor einem New Yorker Gericht einen Antrag auf Schutz nach Kapitel 15 gestellt.

Der Touristikkonzern ist in ernste Schieflage geraten. Thomas Cook sitzt auf einem Schuldenberg von 1,67 Milliarden Pfund und ächzt unter der hohen Zinslast. Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft droht ihm den Garaus zu machen.

Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit. Das Sommerhalbjahr bis Ende September werde deutlich schwächer als 2018, hatte Konzernchef Peter Fankhauser Mitte Juli erklärt - alle Hoffnungen ruhen jetzt auf dem chinesischen Großaktionär Fosun. Der will 750 Millionen Pfund neues Kapital zuschießen, weitere 150 Millionen Pfund sollen Anleihegläubiger beisteuern.

Gelingt der Deal, soll Fosun 75 Prozent am Veranstaltergeschäft und 25 Prozent der Flugsparte mit Thomas Cook Airlines und der deutschen Schwesterfirma Condor erhalten. Die Airlines standen über Monate im Schaufenster, letztlich griff aber kein Interessent zu.

Ob sich die Gläubiger am Ende auf den Fosun-Deal einlassen ist offen. Nach Informationen der "Times" bereitet sich die britische Luftfahrtbehörde CAA vorsorglich auf einen Betriebsstopp bei Thomas Cook vor, um im Notfall Rückreisen Hunderttausender Passagiere mit anderen Airlines zu organisieren.

Unterdessen berichtet das "Handelsblatt" über Gespräche zwischen Condor und Tui über eine Verschmelzung zu einem gemeinsamen Ferienflieger.

© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Manchester Airport | 17.09.2019 15:10

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Beitrag vom 17.09.2019 - 16:50 Uhr
Da es nun öffentlich ist, werden wohl Buchungen ausbleiben.


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