Plus 40 Prozent
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Gebühren in Heathrow und Schiphol heben ab

Amsterdam Schiphol Airport
Amsterdam Schiphol Airport, © Schiphol Airport

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AMSTERDAM - Amsterdam-Schiphol und London-Heathrow werden für Airlines erheblich teurer. Die Entgelte an den Drehkreuzen von KLM und British Airways ziehen in Etappen um jeweils 40 Prozent an. KLM findet das "inakzeptabel" - und will notfalls gegen den "Gebührenexzess" klagen.

14 Prozent 2022, neun Prozent 2023 - und 2024 nochmal neun Prozent obendrauf: Amsterdam-Schiphol verlangt Airlines in Zukunft deutlich höhere Gebühren ab.

Der Airport will die neue Tabelle am 31. Oktober 2021 bei der Aufsichtsbehörde ACM einreichen - und ab 1. April 2022 zu neuen Sätze abrechnen.

Air France-KLM brandmarkt die Pläne als "unverhältnismäßig, unpassend und inakzeptabel". KLM fürchtet Wettbewerbsnachteile im Hubverkehr und will notfalls mit einer Monopolklage gegen den "Gebührenexzess" vorgehen. "Die im Raum stehenden Preisanpassungen sind (...) nicht nachvollziehbar und destruktiv", schreibt die Airline.

Der Amsterdamer Flughafen ist in bester Gesellschaft. Das Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt hebt seine Entgelte 2022 um 4,3 Prozent, in den Folgejahren um vier bis sechs Prozent an.

50 Prozent Plus in Heathrow

Am Dienstag erhielt London-Heathrow von der britischen Luftfahrtaufsicht CAA die Freigabe zum Gebührensteigflug: von derzeit 22,00 Pfund auf eine "Spanne von 24,50 bis 34,40 Pfund pro Passagier über die nächsten fünf Jahre".

Damit kommt Hauptkunde British Airways fast noch gut weg - Heathrow schwebte anfangs ein neuer Gebührenkorridor von 32,00 bis 43,00 Pfund je Passagier vor. Die CAA hatte die vom Airport beantragte Verdoppelung der Entgelte allerdings bereits im April blockiert.

IAG-Chef Luis Gallego warf dem Heathrow-Management am Dienstag erneut vor, "Maß und Mitte" verloren zu haben. Im Übergang von der Krisen- in die Erholungsphase sorgt der weltweite Trend zu höheren Airportgebühren nicht nur in London und Amsterdam für erhebliche Spannungen zwischen Airports und Airlines.

"Einige unserer sogenannten Systempartner erhöhen die Gebühren, um an das Geld zu kommen, das Airlines bei ihnen während der Krise nicht ausgeben konnten", wetterte IATA-Chef Willie Walsh kürzlich auf der Jahrestagung des Weltairlineverbands in Boston gegen die Praxis. "Das muss sofort aufhören!"

Airports lassen Kritik nicht gelten

Die Kritik ficht Flughäfen kaum an. Der Airport-Verband ACI verweist auf fehlende Umsätze und geringe staatliche Unterstützung in der Krise.

"Fluggesellschaften zahlen nur dann an Flughäfen, wenn sie fliegen, und auch erst Wochen nachdem sie Einnahmen von den Passagieren erhalten haben", parierte ACI-Chef Olivier Jankovec die Walsh-Attacke. "Airlines sind nicht in der Position, uns Vorträge über Kundeninteressen zu halten - sie haben sich monatelang geweigert, Passagieren ausgefallene Flüge zu erstatten."

© aero.de | 20.10.2021 07:37


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