Eddie Wilson
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Lufthansa-Slots lassen Ryanair kalt

Eddie Wilson
Eddie Wilson, © aero.de

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NÜRNBERG - Ryanair stuft Nürnberg wieder zur Basis hoch. Der Airport trifft nach Einschätzung von Ryanair-CEO Eddie Wilson mit einer deutlich vereinfachten Gebührenordnung den Nerv der Zeit. Im Gespräch mit aero.de verrät Wilson, nach welchen Kriterien Ryanair Kapazitäten - und 737 MAX - 2022 über Europa verteilt.

Nürnberg fängt Ryanair wieder ein. Die Airline reaktiviert eine 2020 geschlossene Basis Anfang 2022 mit zwei Flugzeugen - und stattet Nürnberg mit 13 neuen Zielen aus.

"Die meisten Airlines werde gerade kleiner und Ryanair ist die einzige Airline, die Verkehr liefern kann", sagte Ryanair-Chef Eddie Wilson aero.de in Nürnberg. Der Airport Nürnberg hat - aus Ryanair-Sicht - "die richtigen Anreize gesetzt" und "ein grundsätzliches Kostenproblem deutscher Flughäfen" gelöst.

Am NUE gilt seit April 2021 eine neue Gebührentabelle - der Flughafen hat seine Entgeltstruktur in der Krise gestrafft.

Die größten Zugeständnisse macht Nürnberg Airlines bei Passagierentgelten - pro Passagier rechnet der Flughafen nur noch 4,00 Euro statt zuvor 10,56 Euro ab. Den Einsatz effizienter Airbus A320neo oder Boeing 737 MAX fördert der Dürer-Airport mit einem "pauschalen Abschlag" von 200,00 Euro auf das Startentgelt.

"Wir setzen die 737 MAX eher auf längeren Sektoren ein", sagte Wilson. Hier kann das Flugzeug seine Vorteile am besten ausspielen. "In den nächsten vier Jahren werden wir auf 600 Flugzeuge wachsen, darunter 200 737 MAX - es wird also immer einen Mix geben." Aus Nürnberg seien MAX-Flüge zu Zielen wie Madeira aber "nicht ausgeschlossen".

Wilson sieht für Drehkreuze schwarz

Ryanair hatte ihre Expansion in Deutschland 2019 gestoppt, Basen geschlossen - und Flugzeuge an andere Standorte verlegt. "In Italien haben wir unseren Marktanteil in der Pandemie von rund 28 auf knapp unter 40 Prozent erhöht und sind auch in Irland und Spanien deutlich gewachsen", sagte Wilson aero.de.

Die Krise hat die "grundsätzlichen Kostennachteile" deutscher Flughäfen im Vergleich zu europäischen Wettbewerbern weiter verschärft, sagte Wilson. "In den nächsten zwei Jahren werden einige deutsche Airports, insbesondere die großen Spieler, mit nicht ausgelasteten Kapazitäten zu kämpfen haben."

Slots, die Lufthansa in Frankfurt und München als EU-Auflage für Staatshilfen an Wettbewerber abtreten muss, lassen Ryanair kalt. "Es ist immer noch zu teuer, nach München zu fliegen", sagte Wilson. "Aber wir sind opportunisch - sofern die Preise stimmen."

Ryanair: Konkurrenz unter Fusionsdruck

Ryanair erwartet im Flugmarkt nach der Krise zwei Trends: Konsolidierung unter Airlines - und eine Verlagerung von Hub- zu mehr Punkt-zu-Punkt-Verkehren.

"Sobald die Staatshilfen auslaufen, werden wir Zusammenschlüsse sehen", sagte Wilson aero.de. Das Drehkreuz-Modell "wird in Zukunft allein durch Umweltaspekte in Frage gestellt, weil es immer auf zwei Flügen basiert".
© aero.de | Abb.: aero.de, Flughafen Nürnberg | 10.12.2021 07:40

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Beitrag vom 12.12.2021 - 19:16 Uhr
Wäre es Ihnen lieber, wenn die ALG1 bekommen? Ich frage ja nur .... ;)

Auch mit Mittelfranken ist die Arbeitslosenquote sehr niedrig. Ich glaube es ist billiger, dass die Kollegen sich einen anderen Job suchen. Besser für die Umwelt ist es bestimmt auch.
Beitrag vom 10.12.2021 - 12:52 Uhr
Also niemals würde ich von so einem Billigflughafen wie NUE fliegen wollen, der jetzt nur 4€ pro Pax nimmt und einen pauschalen Abschlag den Airlines bietet. Ich fliege weiterhin von MUC, der verlangt cca. 60€, das ist es mir wert.

Wie ist das zu verstehen?
Sind Sie bereit, für eine umständlichere Anreise mit höheren Kosten (Parkplätze, Bahnanbindung) 56 Euro zu bezahlen, weil ...... ja, warum eigentlich?

Ja, MUC ist unüblich teuer, für das was er bietet.

Wie man für 4 € - das ist der Preis einer belegten Semmel und eines Getränks bei einem günstigen Imbiss aber CHeck in, Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle, Polizei, Flughafenbetrieb finanzieren will, erschließt sich mir nicht.
Nicht im ansatz.
Das ist gar nicht so geheimnisvoll :-) Die 4,-€ sind ein pauschales Passagierentgelt. Nutzung der Check-In Einrichtungen kostet extra, Flugzeugposition kostet extra, Gepäckhandling kostet extra, Sicherheitskontrolle zahlt der Passagier, Polizei der Staat, usw. Das ist die aktuelle Gebührenordnung des Flhfn NUE und die gilt für alle, nicht nur Ryanair.
Soviel Extra kann der Flughafen über den Verkauf garnicht generieren.

Das ist wieder mal knallharte Subvention von Ryanair. Durch Staatsgeld, weil die CSU den Flughafen ja sicher am Leben hält.

Die selbe Story wie bei den anderen Airports in Weeze, oder dem Hahn das nicht bei Frankfurt liegt, etc.

Lalala...
Beitrag vom 10.12.2021 - 11:56 Uhr
Und der bayerische Finanzminister hällt das Ryanair Pappschild ...

Haben wirs denn wirklich so nötig?



Diese Regierung ist echt zum 🤮.

Naja, mal die CSU Könige in der Corona Politk anschauen.....



Stimmt auch wieder, da ist das noch harmlos.


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