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Lufthansa Cargo stockt Besatzungen auf Asienrouten auf

Lufthansa Cargo Boeing 777F
Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Der gesperrte Luftraum über Russland zwingt Airlines zu Umwegen. In absehbarer Zeit wird sich an dieser Situation kaum etwas ändern. Piloten von Lufthansa Cargo sehen sich mit Einsätzen "an der Grenze der legalen Flugdienstzeiten" konfrontiert - die Airline lenkt bei einer zentralen Forderung ein.

Kiew trotzt in der vierten Woche russischen Angriffen. Der von Putin angezettelte Krieg, Sanktionen und gegenseitige Luftraumsperren setzen die Luftfahrt seit Ende Februar in eine planerische Extremsituation.

Logische Ausweichstrecken südlich an Russland vorbei bersten vor neuen Flügen. "Da gibt es spezielle Airways wie Lima Triple-Eight, die nur begrenzte Kapazität haben", warnte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in diesem Monat in Frankurt.

Doch die Alternativen sind rar - die Umwege nach Asien reizen Dienstzeiten und Reichweiten ohnehin bereits aus. Pro Strecke ergebe sich "ein Plus von 1,5 bis 2 Stunden, eher mehr", sagte ein Insider aero.de. Die Blockzeit steige "auf bis zu 14 Stunden".

"Diese Flüge operieren an der Grenze der legalen Flugdienstzeiten, aber auch an der Grenze unserer persönlichen Belastbarkeit", schlugen Piloten von Lufthansa Cargo diese Woche in einem Schreiben an Lufthansa Cargo-Chefin Dorothea von Boxberg und Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann Alarm.

Der Brief ist von 252 Pilotinnen und Piloten unterschrieben und liegt aero.de vor. Eine geforderte Aufstockung der Crews habe Lufthansa Cargo zuletzt auf "vielen Strecken vehement abgelehnt", heißt es in dem Brief. Die Piloten machen dafür jüngere "personelle Veränderungen in der Führungsetage" verantwortlich.

Neuregelung ab 1. April

Inzwischen hatte die Airline offenbar ein Einsehen. "Grundsätzlich lassen sich die Flüge auf den südlichen Ausweichrouten auch mit einer um einen Piloten verstärkten Flugbesatzung fliegen", sagte eine Lufthansa-Cargo-Sprecherin aero.de am Freitag. Aus Japan operiert Lufthansa Cargo inzwischen ohnehin mit einem technischen Zwischenstopp und Crewwechsel in Seoul.

"Auf Grund der aktuell starken Jetstreams und der herausfordernden Abfertigungssituation auf den chinesischen Flughäfen, die in die Rotationen eingebunden sind, werden alle Rückflüge ab dem 1. April mit vier Pilotinnen und Piloten geplant", sagte die Sprecherin.
© aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 19.03.2022 08:25

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Beitrag vom 19.03.2022 - 10:27 Uhr
Druck wirkt immer. Ebenso bei Aerologic. Hier wird nun dank der VC wohl bald ein tarifiertes Unternehmen vorzufinden sein! Großes Lob an die Mutigen.


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