"Standortschwächung"
15:00 Uhr

Verdi stellt sich gegen Emirates-Rechte für Berlin

Emirates Boeing 777-300ER
Emirates Boeing 777-300ER, © Emirates

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BERLIN - Drei Tage ist Kanzler Friedrich Merz (CDU) durch die Golfstaaten getourt. Die Bundesregierung hält ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten für möglich - und gibt sich bei zusätzlichen Emirates-Landerechten in Deutschland gesprächsbereit. Verdi ist auf Zinne.

Emirates hat ab Dezember 2026 Start- und Landefenster am Flughafen BER beantragt. Noch fehlen der Airline die notwenigen Verkehrsrechte für einen fünften Netzpunkt in Deutschland.

"Es liegt keine Entscheidung über Änderungen der vereinbarten Verkehrsrechte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vor", sagte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums aero.de vergangene Woche. Gegenüber airliners.de ließ ein Regierungssprecher aber Gesprächsbereitschaft erkennen.

Generell will die Bundesregierung die Bande zu den Golfstaaten stärken - Kanzler Merz (CDU) hat gerade eine Reise in die Region mit Stationen in Saudi-Arabien, Katar und den VAE absolviert.

"Wir sind ein Land, das bereit ist, auch außenwirtschaftspolitisch enger zusammenzuarbeiten, bis hin zu einem möglichen Handelsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten", sagte Merz im Anschluss.

Zusätzliche Verkehrsrechte für Emirates sind hochumstritten. Lufthansa lehnt das strikt ab, während Berlin sich intensiv für eine direkte Anbindung an das Emirates-Interkontnetz einsetzt. Jetzt positioniert sich Verdi - und das klar gegen liberalere Regelungen der Luftfahrtbeziehungen mit den VAE.

"Frontalangriff auf faire Luftverkehrspolitik"

"Dies ist ein Frontalangriff auf jede Idee von fairer Luftverkehrspolitik", erklärte die stellvertretende VerdiVorsitzende Christine Behle am Montag. Statt europäische Airlines in einem "extrem verzerrten globalen Markt" zu stärken, eröffne die Bundesregierung die Möglichkeit für weitere Marktverdrängung.

"Wer zusätzlichen Marktzugang für Emirates in Aussicht stellt, während europäische Airlines unter massivem Kostendruck, Fachkräftemangel und regulatorischen Auflagen leiden, der betreibt bewusst Standortschwächung", sagte Behle. "Man sendet das Signal, dass europäische Regeln, Menschenrechte und Tarifstandards nachrangig sind, wenn geopolitische Deals winken."

Verdi verweist auf das "hoch umstrittene" EU-Qatar Comprehensive Air Transport Agreement, kurz CATA. Es gebe "gravierende Zweifel" an der Integrität des Verhandlungsprozesses im Vorfeld des Luftfahrtabkommens, das Qatar Airways faktisch Open-Skies-Zugang in die EU sichert.

Landespolitischer Widerstand gegen erweiterte Verkehrsrechte für Emirates regte sich zuletzt in Hessen und Bayern, die die großen Lufthansa-Interkontdrehkreuze Frankfurt und München beheimaten.
© aero.de | Abb.: FBB, Günter Wicker | 09.02.2026 15:00

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Beitrag vom 09.02.2026 - 16:09 Uhr
Wieso muss sich „die Verdi“ laufend zu Themen äußern, die nichts mit ihrer ursprünglichen Aufgabe zu tun haben? Was soll diese Positionierung gegen beispielsweise die Beschäftigten in Stuttgart und Berlin?
Zu Corona-Zeiten war es ganz schlimm, als Verdi sich zu Masken und Impfungen äußerte. Das war damals für mich der Grund auszutreten, obwohl meine Tarifverträge durch Verdi verhandelt wurden.
Beitrag vom 09.02.2026 - 16:02 Uhr
Moin,

ein "Frontalangriff"? Geht's nicht noch theatralischer? Über Wieviel % des Luftverkehrs in Deutschland sprechen wir, wenn an STR/BER Emirates landet? Vielleicht 0,25% des Gesamtpassgieraufkommens (207 Mio (Gesamt in D 2025) zu geschätzt 250.000 bei täglich einer T7 jeweils nach STR/BER).

Jetzt möchte ich mal eine Analyse von Verdi sehen, wieviel Arbeitsplätze denn in FRA/MUC wegfallen und wieviel in STR/BER geschaffen werden, da die LH soviel nach Südost-Asien fliegt. Das wird bei der Gesamtanzahl der Mitarbeiter in Deutschland im Promille Bereich liegen.

Liebe Verdi, ihr seid in Sachen Luftfahrt überhaupt nicht wirklich ernst zu nehmen. Ist auch kein Wunder, warum UFO/VC das Runder (wieder) übernehmen, ihr könnt es einfach nicht.

Legt euch wieder hin und lasst Profis ran.

Gruß,
Jochen
Beitrag vom 09.02.2026 - 15:17 Uhr
Haha, Verdi geht es doch nur darum, sich weiterhin mit LH gut zu stellen, damit man dort im Konzern die unliebsamen Spartengewerkschaften verdrängen kann.

Dass eine Gewerkschaft einem Konzern unter dem Deckmantel der Mitgliederfürsorge so sehr hinten reinkriecht ist wirklich erbärmlich.


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