Luftraumsperren
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Finnair prüft Teilauflösung der A330-Flotte

Geparkte Finnair A330
Geparkte Finnair A330, © Eric Salard, CCBYSA

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HELSINKI - Russland hat EU-Airlines jegliche Überflugrechte entzogen. Der neue Ost-West-Konflikt bedroht das Geschäftsmodell von Finnair. Die Airline leiht Airbus A321 und A350-900 über den Sommer an Konkurrenten aus. Für das zweite Interkontmuster in der Finnair-Flotte wird es hingegen eng.

Russische Luftraumsperren treffen Finnair hart. Auf den Linien nach Asien nimmt Finnair aktuell gezwungenermaßen die extremsten Umwege aller EU-Airllines in Kauf.

"Es ist offensichtlich, dass die Verbindungen von Helsinki am stärksten betroffen sind", stellte Eurocontrol nach einer Datenauswertung im April fest.

Betrug die Flugzeit zwischen Helsinki und Seoul früher etwa 8,5 Stunden, hat sich die Zeit in der Luft durch 4.000 Kilometer Umweg auf zwölf Stunden verlängert. "Die zusätzlichen sieben Stunden für einen Hin- und Rückflug entsprechen fast der ursprünglichen Dauer der einfachen Strecke", erklärte Eurocontrol.

Finnair-Chef Topi Manner rechnet mit einer "dauerhaften" Sperrung des Luftraums über Russland - und setzte diese Woche einen Krisenplan in Kraft. Die Linie nach Peking hat Finnair gestrichen. Einen Teil des Sommergeschäfts will Manner über Wet-Lease-Einsätze retten: Eurowings Discover setzt im Sommer drei Airbus A350-900 und Crews der Airline ein.

Die Lufthansa-Tochter ist nicht der einzige Auftraggeber. "Vier unserer A321 sind im Wet-Lease an British Airways vermietet", sagte eine Finnair-Sprecherin aero.de. Die Airline suche derzeit weitere Möglichkeiten im Wet-Lease-Geschäft.

Über neue Linien nach Dallas, Seattle und Mumbai will Finnair das eigene Interkontangebot über den Sommer auf immerhin 70 Prozent des Vorkrisenwerts stabilisieren. Ein weiteres Sparprogramm und geringere Leasingausgaben sollen Finnair um weitere 60 Millionen Euro pro Jahr entlasten.

A330 zum Nichtstun verdammt

Auf Dauer schließt Finnair eine Flottenreduktion nicht aus. "Wir haben noch keine Entscheidung über den Verkauf von Flugzeugen getroffen, überprüfen aber weiterhin unseren Flottenplan und ziehen dabei auch einen Verkauf einzelner ungenutzter Flugzeuge in Betracht", stellte die Sprecherin klar.

Dabei wird die Luft vor allem für die acht A330-300 der Flotte dünn. Fünf davon hat Finnair derzeit geparkt. Angesichts der "begrenzten Reichweite" komme die A330-300 nicht für Umwege auf Asienlinien in Frage, sagte die Sprecherin. Finnair gehe daher nicht davon aus, die Teilflotte wieder "in vollem Umfang" einsetzen zu können.
© aero.de | Abb.: Eric Salard, CCBYSA | 30.04.2022 06:39


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