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Airbus behält sich A380-Comeback weiter vor

Airbus A380 MSN272
Airbus A380 MSN272, © Airbus

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HAMBURG - Die A380-Neuproduktion hat Airbus 2021 eingestellt. Einen Neustart hält sich der Hersteller zwar weiter offen, sieht dafür aber allenfalls eine minimale Chance.

Die A6-EVS ist nicht nur in der Emirates-Flotte die jüngste A380. Mit Auslieferung der MSN272 zog Airbus im Dezember 2021 einen Schlussstrich unter die Neuproduktion des Vierstrahlers. Nur 251 A380 hatte Airbus bis dahin verkauft, 123 davon an Emirates.

In der A380-Halle im Stammwerk Toulouse montiert Airbus inzwischen A321neo - die verkaufen sich ungleich besser.

Ein A380-Comeback hat Airbus trotzdem nie kategorisch ausgeschlossen - und behält diese Sprachregelung bei.

"Die Tür ist zu, verschlossen ist sie nicht", sagte der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte Christian Scherer dem "Hamburger Abendblatt". In der Industrie sei "nie etwas ausgeschlossen". Die "Wahrscheinlichkeit eines Comebacks des vierstrahligen A380" bezeichnete Scherer gleichwohl als "sehr, sehr gering".

Denn an der Ausgangslage hat sich für Airbus nichts Grundlegendes verändert: A380 sind, gemessen an modernen Zweistrahlern, zu schwer und zu durstig.

Zwar haben Betreiber wie Lufthansa und Qatar Airways in der Krise bereits abgeschriebene A380-Flotten - entgegen früherer Absichten - teilweise wieder reaktiviert. Die kostspielige A380-Rückkehr auf Zeit wird bei beiden Gesellschaften aber durch jahrelange Verzögerungen im Boeing-Programm 777-9 begünstigt.

Bei einer Mitte der 2010er Jahre von Airbus angedachten A380-Neumotorisierung mit Trent-XWB-Triebwerken zog Triebwerkshersteller Rolls-Royce nicht mit - trotz eines errechneten Verbrauchsvorteils von rund 14 Prozent zeichnete sich über Emirates hinaus kein Kundenkreis für eine "A380neo" ab.

"Dafür gibt es kein Geschäftsszenario, das ist ganz klar", beendete Scherer-Vorgänger Fabrice Brégier 2017 A380neo-Spekulationen.

Airbus hatte Emirates im Nachgang noch eine "A380 Plus" in Aussicht gestellt - über vier Meter lange Winglets sollten den Verbrauch um immerhin 4 Prozent drücken. Emirates winkte ab - im Februar 2019 kündigte Airbus unter Verweis auf fehlende Neuaufträge die Einstellung der Neuproduktion bis 2021 an.

Gefragte Ersatzteile

Das A380-Programm läuft auch nach dem Produktionsende trotzdem auf kleiner Flamme weiter, Airbus will aktive A380 weiter verlässlich mit Ersatzteilen versorgen.

Dafür kauft der Hersteller inzwischen selbst gebrauchte A380 auf. Lufthansa hat inzwischen sechs A380 an Airbus abgegeben, die Airbus als Teilespender vorhält. Dieses Schicksal teilen die Flugzeuge mit anderen A380 - Korean Air hat gerade ebenfalls eine A380, die HL7613 aus dem Produktionsjahr 2011, zerlegt.
© aero.de | 01.07.2024 09:38

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Beitrag vom 02.07.2024 - 23:54 Uhr

Klar kann man sich den A380 schon nochmal schönrechnen:
Flügel mit klapparem winglet auf jeder Seite um 5-7m verlängern, neuen Ultrafan der 20% besser ist, auf 80m gestreckt und full composite.
Nur wer bezahlt den Entwicklungsaufwand, das sind dann 20 Mrd. nochmal,
und wer garantiert das der Markt dieses Mal da ist?

Das Ding ist tod, das fasst keiner mehr an.

Das stand in meinem Post nicht, sondern, dass a) der jetzige A380 tot ist und dass b) selbst in dem o.g. Szenario das falsche Flugzeug wäre .
Beitrag vom 01.07.2024 - 21:59 Uhr
Da steht ganz einfach, in momentan denkbaren Szenarios wird es keine A380 mehr geben. Sollte in der Zukunft ein bisher nicht denkbares aber schlüssiges Szenario auftauchen, ist alles möglich.
Beitrag vom 01.07.2024 - 20:46 Uhr
Nur wer bezahlt den Entwicklungsaufwand, das sind dann 20 Mrd. nochmal,
und wer garantiert das der Markt dieses Mal da ist?

Das Ding ist tod, das fasst keiner mehr an.


Wenn Emirates 350 Orders platziert, dann wird gewiss gebaut. Aber ich gehe nicht davon aus, dass Emirates das machen wird.


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