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Flughafen bei S21-Mehrkosten aus dem Schneider
STUTTGART - Der Fernbahnhof am Flughafen Stuttgart geht Ende 2026 in Betrieb. Der Bau ist ein Teilprojekt des finanziell aus dem Ruder gelaufenen Bahn-Vorhabens Stuttgart 21. Nun steht fest: Für Mehrkosten muss der Flughafen nicht einstehen.
Diee Deutsche Bahn muss die milliardenschweren Mehrkosten des Bahnprojekts Stuttgart 21 einer Gerichtsentscheidung zufolge alleine tragen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) in Mannheim lehnte den Antrag auf Zulassung der Berufung der Bahn gegen ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart ab.
Das Verwaltungsgericht hatte im Mai vergangenen Jahres entschieden, dass die Bahn keinen Anspruch darauf hat, dass sich die Partner des Projektes an den Mehrkosten beteiligen müssen.
Entsprechende Klagen der Bahn gegen das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart hatte das Gericht damals abgewiesen. Dagegen hatte die Bahn Rechtsmittel eingelegt und beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.
Diesen Antrag lehnte der VGH nun ab. Die Bahn habe keine Gründe vorgelegt, die eine Zulassung der Berufung rechtfertigten, so das Gericht. Es bestünden keine ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des Urteils, Verfahrensfehler lägen nicht vor. Das Stuttgarter Urteil sei damit rechtskräftig.
Die Entscheidung des höchsten Verwaltungsgerichts in Baden-Württemberg ist unanfechtbar - damit ist der verwaltungsgerichtliche Weg für die Bahn einer Gerichtssprecherin zufolge ausgeschöpft. Theoretisch sei es noch möglich, dass die Bahn vor das Bundesverfassungsgericht ziehe, so die Gerichtssprecherin.
Mehrkosten in MilliardenhöheDamit dürften auf die Bahn Milliardensummen zukommen. Der Konzern, der offiziell Bauherr von Stuttgart 21 ist, beziffert die Gesamtkosten für das Projekt derzeit auf gut 11 Milliarden Euro und hat zusätzlich einen Puffer von 500 Millionen Euro einkalkuliert.
In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist jedoch nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Die Mehrkosten von derzeit mindestens 6,5 Milliarden Euro dürften nach der Entscheidung bei der Bahn hängen bleiben.
Die Fahrzeit auf der Schiene zwischen dem neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und dem Flughafen Stuttgart soll sich bei Inbetriebnahme Ende 2026 auf sechs bis acht Minuten verkürzen.
© dpa, aero.de | 05.08.2025 11:28
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Beitrag vom 06.08.2025 - 14:44 Uhr
Sehr interessant, dass Sie Mitmenschen, die Ihrem kruden Weltbild nicht entsprechen, als "Pöbel" bezeichnen, warum nicht gleich als "Schmeißfliegen" oder ....
Ich zähle mich selbst zu diesem "Pöbel", da Nutzer des ÖPNVs.
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Diese schnelle Verbindung ist in der bisherigen Planung nur für den heutigen IC aus Zürich gegeben der in Stuttgart endet. Der geplante ICE fährt dann über Stuttgart hinaus über Aalen, Nürnberg bis Leipzig, weil der Zug in Stuttgart nicht mehr abgestellt werden kann. Auf der Hauptstrecke Stuttgart-Ulm wird es keinen Halt am Flughafen geben. Aussage der DB AG: "kein Bedarf".
Das Problem mit den Fahrplänen, ist das Grundübel von Stuttgart 21. Der Bahnhof ist schlicht zu klein und hat zu wenige Bahnsteiggleise, um einen vernünftigen Fahrplan nach dem Vorbild des Schweizer Integralen-Takt-Fahrplans (ITF) zu realisieren.
Beitrag vom 06.08.2025 - 13:44 Uhr
Gut das der Flughafen für diesen Murks nicht zahlen muss. Messegäste aus Zürich wird es freuen
Sehr interessant, dass Sie Mitmenschen, die Ihrem kruden Weltbild nicht entsprechen, als "Pöbel" bezeichnen, warum nicht gleich als "Schmeißfliegen" oder ....
Ganz abgesehen davon, dass es in fraglichem Verfahren nicht um die Kosten für den Flughafenbahnhof ging, sondern um die Mehrkosten für die Untergrundhaltestelle namens Hbf, ist es so, dass die wenigsten Fluggäste per ÖPNV ankommen, und von denen wiederum die wenigsten mit der S-Bahn, weil Busse und U-Bahn das Einzugsfeld besser als die nur punktuell erreichbare S-Bahn erschliessen und zudem auch noch deutlich häufiger alle zehn Minuten fahren. Für die anderen gibt es u.a. die großen, bekannten Parkhäuser über der Autobahn.
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Halt leider nicht der am Stuttgarter Flughafen. Der liegt weit ab vom Schuss von den frequentierten Strecken nach Westen, Norden und Osten (ja, die MUCs sind für Stuttgart schon sowas wie Ossis :-)) und wird nur durch Trickserei ein bißchen an den Fernverkehr angebunden.
Was nun die Wortwahl betrifft würde ich Pöbel noch nicht als böse, höchstens als grenzwertig einstufen, insbesondere nicht im verwendeten Kontext. Kotzbrocken & Co. fahren aus den unterschiedlichsten Gründen und nicht zuletzt fehlender Kontrollen wegen ticketlos im ÖPNV mit, und die will man auch bundesweit ungern im Fernverkehr haben. Ich denke, das hätte damit zum Ausdruck gebracht werden sollen.
Beitrag vom 06.08.2025 - 09:04 Uhr
Nur wer möchte vom Tiefbahnhof zum Flughafen?
Die meisten Reisenden vom Stuttgarter Flughafen kommen aus der Region und die kommen mit der S-Bahn oder U-Bahn. Wenn man mit einem Regional-Express oder gar ICE im Keller ankommt, dann muss man bedenken: der Zug zum Flughafen fährt nur einmal alle 2 Stunden (siehe Fahrplan der DB AG aus der Schlichtung). D.h., im Schnitt eine Wartezeit von einer Stunde für eine vermeintlich kürzere Fahrtzeit. S- oder U-Bahn benötigen heute eine halbe Stunde. Die S-Bahn hält direkt unter dem Terminal. Der neue Flughafenbahnhof liegt ca. 30 m tief unter der Erde und ca. 250 m vom Terminal entfernt.
Der heutige IC von Stuttgart nach Zürich wird dann als ICE aufgewertet, sonst fährt zu viel Pöbel mit. Also nix mit Deutschlandticket.
Gut das der Flughafen für diesen Murks nicht zahlen muss. Messegäste aus Zürich wird es freuen
Sehr interessant, dass Sie Mitmenschen, die Ihrem kruden Weltbild nicht entsprechen, als "Pöbel" bezeichnen, warum nicht gleich als "Schmeißfliegen" oder ....
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Ein Problem, und sicher auch 'verantwortlich' für diese Wortwahl, ist, dass es in unserer Gesellschaft im Umgang als völlig normal angesehen wird, Begriffe zu verwenden, die früher nur selten (nur im Zustand höchster Wut etc.) verwendet wurden. Ohne deren wahre Bedeutung zu hinterfragen.
Das ist in der Politik, den Medien etc. leider mittlerweile völlig 'normal'; siehe die unerträglichen Beleidigungen, Beschimpfungen, Tiraden usw. von Trump, Musk, aber eben auch unseren Politikern und Medien. Leider.
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Ich zähle mich selbst zu diesem "Pöbel", da Nutzer des ÖPNVs.
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Diese schnelle Verbindung ist in der bisherigen Planung nur für den heutigen IC aus Zürich gegeben der in Stuttgart endet. Der geplante ICE fährt dann über Stuttgart hinaus über Aalen, Nürnberg bis Leipzig, weil der Zug in Stuttgart nicht mehr abgestellt werden kann. Auf der Hauptstrecke Stuttgart-Ulm wird es keinen Halt am Flughafen geben. Aussage der DB AG: "kein Bedarf".
Das Problem mit den Fahrplänen, ist das Grundübel von Stuttgart 21. Der Bahnhof ist schlicht zu klein und hat zu wenige Bahnsteiggleise, um einen vernünftigen Fahrplan nach dem Vorbild des Schweizer Integralen-Takt-Fahrplans (ITF) zu realisieren.
Sehr interessant, dass Sie Mitmenschen, die Ihrem kruden Weltbild nicht entsprechen, als "Pöbel" bezeichnen, warum nicht gleich als "Schmeißfliegen" oder ....
Ganz abgesehen davon, dass es in fraglichem Verfahren nicht um die Kosten für den Flughafenbahnhof ging, sondern um die Mehrkosten für die Untergrundhaltestelle namens Hbf, ist es so, dass die wenigsten Fluggäste per ÖPNV ankommen, und von denen wiederum die wenigsten mit der S-Bahn, weil Busse und U-Bahn das Einzugsfeld besser als die nur punktuell erreichbare S-Bahn erschliessen und zudem auch noch deutlich häufiger alle zehn Minuten fahren. Für die anderen gibt es u.a. die großen, bekannten Parkhäuser über der Autobahn.
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Halt leider nicht der am Stuttgarter Flughafen. Der liegt weit ab vom Schuss von den frequentierten Strecken nach Westen, Norden und Osten (ja, die MUCs sind für Stuttgart schon sowas wie Ossis :-)) und wird nur durch Trickserei ein bißchen an den Fernverkehr angebunden.
Was nun die Wortwahl betrifft würde ich Pöbel noch nicht als böse, höchstens als grenzwertig einstufen, insbesondere nicht im verwendeten Kontext. Kotzbrocken & Co. fahren aus den unterschiedlichsten Gründen und nicht zuletzt fehlender Kontrollen wegen ticketlos im ÖPNV mit, und die will man auch bundesweit ungern im Fernverkehr haben. Ich denke, das hätte damit zum Ausdruck gebracht werden sollen.
Die meisten Reisenden vom Stuttgarter Flughafen kommen aus der Region und die kommen mit der S-Bahn oder U-Bahn. Wenn man mit einem Regional-Express oder gar ICE im Keller ankommt, dann muss man bedenken: der Zug zum Flughafen fährt nur einmal alle 2 Stunden (siehe Fahrplan der DB AG aus der Schlichtung). D.h., im Schnitt eine Wartezeit von einer Stunde für eine vermeintlich kürzere Fahrtzeit. S- oder U-Bahn benötigen heute eine halbe Stunde. Die S-Bahn hält direkt unter dem Terminal. Der neue Flughafenbahnhof liegt ca. 30 m tief unter der Erde und ca. 250 m vom Terminal entfernt.
Der heutige IC von Stuttgart nach Zürich wird dann als ICE aufgewertet, sonst fährt zu viel Pöbel mit. Also nix mit Deutschlandticket.
Gut das der Flughafen für diesen Murks nicht zahlen muss. Messegäste aus Zürich wird es freuen
Sehr interessant, dass Sie Mitmenschen, die Ihrem kruden Weltbild nicht entsprechen, als "Pöbel" bezeichnen, warum nicht gleich als "Schmeißfliegen" oder ....
Ansonsten würde ein Fernbahnanschluss fast jeden Flughafen aufwerten, wenn die Fahrpläne sich entsprechend ändern...
Ein Problem, und sicher auch 'verantwortlich' für diese Wortwahl, ist, dass es in unserer Gesellschaft im Umgang als völlig normal angesehen wird, Begriffe zu verwenden, die früher nur selten (nur im Zustand höchster Wut etc.) verwendet wurden. Ohne deren wahre Bedeutung zu hinterfragen.
Das ist in der Politik, den Medien etc. leider mittlerweile völlig 'normal'; siehe die unerträglichen Beleidigungen, Beschimpfungen, Tiraden usw. von Trump, Musk, aber eben auch unseren Politikern und Medien. Leider.