BERLIN - Die Automatisierung im Verkehr nimmt Fahrt auf. Wie steht es um die Akzeptanz? In ein autonomes Flugzeug würde derzeit nur einer von vier Bundesbürgern einsteigen. Praktisch stellt sich die Frage ohnehin nicht - die EASA hat ein Studienprojekt zu dem Thema gerade abgebrochen.
Technikbegeisterung oder Technikskepsis - autonome Verkehrsmittel teilen die Bundesbürger in zwei Lager.
Immerhin 72 Prozent der Deutschen würden eine autonome U- oder S-Bahn nutzen, teilt der IT-Branchenverband Bitkom nach einer aktuellen Umfrage mit. Bei autonomen Regional- und Fernzügen sinkt die Akeptanz hingegen auf 44 Prozent.
"In einen autonomen Bus würden 70 Prozent einsteigen, (...) ein autonomes Taxi würden 56 Prozent nutzen", berichtet Bitkom weiter. "Rund ein Drittel - 34 Prozent - würde auf ein autonomes Schiff gehen und rund ein Viertel - 27 Prozent - würde in ein autonomes Flugzeug steigen."
Eine ähnliche Umfrage hatte der Verband bereits 2024 durchgeführt. Bemerkenswert: Die Vergleichswerte stagnieren - oder deuten sogar auf eine leicht rückläufige Akzeptanzentwicklung hin. So gaben 2024 noch 32 Prozent der Befragten an, keine Bedenken gegen Flugzeuge ohne Piloten zu hegen.
EASA stoppt Forschungsprojekt "EMCO"Die Industrie macht bei der Flugautomatisierung unterdessen große Fortschritte - Airbus testete in den letzten Jahren eine Reihe neuer Assistenzsysteme. Einer A350-1000 konnte Airbus mit einer ausgefeilten Optik und Navigationsdaten 2023 gar ein
automatisiertes Flugabbruch- und Notlandeverfahren antrainieren.
Parallel hatte die europäische Luftfahrtaufsicht EASA Studien durchgeführt, um festzustellen, ob solch technischer Fortschritt zumindest in bestimmten Flugphasen einen Ein-Piloten-Betrieb zulässt.
Vorerst liegen die Teilprojekte zur sogenannten "Extended Minimum Crew Operations (EMCO) auf Eis.Gemessen am Betrieb mit zwei Piloten konnte EMCO kein "gleichwertiges Sicherheitsniveau" nachweisen, stellte die EASA in einem Abschlusspapier im Juni fest. Dies gelte zumindest für das "aktuelle Cockpitdesign".
© aero.de | Abb.: Airbus | 08.09.2025 14:37
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Beitrag vom 09.09.2025 - 22:34 Uhr
Was gehört alles zum autonomen Fliegen?
Zunächst bräuche man eine geeignete Kommunikation - da ist nichts in Sicht?
Rollen auf dem Flugplatz? Da ist doch jedes Navi besser?
Mit dem Start könnte bald das "Knöpfe Drücken bzw. Drehen" kommen. Da muss man nur noch den Funk verfolgen - bis zur Landung.
Am Boden gibt es noch die Steuerung der Flieger am Boden und in der Luft. Gibt es schon Fortschritte bei der Unterstützung der Steuerung im oberen Luftraum - also mehr als eine Kollisionswarnug?
Beitrag vom 09.09.2025 - 11:23 Uhr
Ich kann meine Vorredner nur absolut Recht geben. Abgesehen von einigen isolierten Linien wie die PeopleMover in SEA, die Skyline in FRA, die Docklands Light Rail in LON und die U2+3 in NUE fahren wir nicht die inmal eindimensionale Verkehrsmittel führérlos. Andererseits fliegen wir schon lange führerlos bzw ferngesteuert. Wir nennen es Drohnen.
Naja, ein paar mehr gibt es auf der Schiene schon... Kopenhagen, Paris, Singapur etc. Das sind schon deutlich mehr als "einige isolierte Linien". Am Ende denke ich, scheitert es oft an den Investitionen, die da nötig sind um Bestandsstrecken entsprechend auszurüsten. Neue Strecken sind ja oft automatisiert. Wenn ich das aber hier in Hamburg sehe, wie lange man daran rumdoktort um die alten Strecken irgendwie zu digitalisieren... dauert und kostet halt. Aber die Technik ist da und funktioniert.
Beitrag vom 09.09.2025 - 02:05 Uhr
Ich kann meine Vorredner nur absolut Recht geben. Abgesehen von einigen isolierten Linien wie die PeopleMover in SEA, die Skyline in FRA, die Docklands Light Rail in LON und die U2+3 in NUE fahren wir nicht die inmal eindimensionale Verkehrsmittel führérlos. Andererseits fliegen wir schon lange führerlos bzw ferngesteuert. Wir nennen es Drohnen.
Fuhrerloses fliegen wird mit Sicherheit zuerst in Nordamerika bei UPS, DHL & Co stattfinden, wo kleine Zweimots Provinzorte mit den Cargo-Hubs verbinden. Alles weitere ist Spekulation. Als erste Folge vielleicht irgendwann einen Wegfall des Cruise-Piloten auf der Langstrecke. Aber auch das ist baw Zukunftsgeplänkel und es sonst nichts
Kommentare (7) Zur Startseite
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Zunächst bräuche man eine geeignete Kommunikation - da ist nichts in Sicht?
Rollen auf dem Flugplatz? Da ist doch jedes Navi besser?
Mit dem Start könnte bald das "Knöpfe Drücken bzw. Drehen" kommen. Da muss man nur noch den Funk verfolgen - bis zur Landung.
Am Boden gibt es noch die Steuerung der Flieger am Boden und in der Luft. Gibt es schon Fortschritte bei der Unterstützung der Steuerung im oberen Luftraum - also mehr als eine Kollisionswarnug?
Naja, ein paar mehr gibt es auf der Schiene schon... Kopenhagen, Paris, Singapur etc. Das sind schon deutlich mehr als "einige isolierte Linien". Am Ende denke ich, scheitert es oft an den Investitionen, die da nötig sind um Bestandsstrecken entsprechend auszurüsten. Neue Strecken sind ja oft automatisiert. Wenn ich das aber hier in Hamburg sehe, wie lange man daran rumdoktort um die alten Strecken irgendwie zu digitalisieren... dauert und kostet halt. Aber die Technik ist da und funktioniert.
Fuhrerloses fliegen wird mit Sicherheit zuerst in Nordamerika bei UPS, DHL & Co stattfinden, wo kleine Zweimots Provinzorte mit den Cargo-Hubs verbinden. Alles weitere ist Spekulation. Als erste Folge vielleicht irgendwann einen Wegfall des Cruise-Piloten auf der Langstrecke. Aber auch das ist baw Zukunftsgeplänkel und es sonst nichts