Ufo greift Verdi an
Älter als 7 Tage
"City Airlines soll nicht günstiger als Discover werden"
FRANKFURT - Revierkämpfe bei Lufthansa mit Ufo und Cockpit entschied Verdi zuletzt für sich. 2026 steht die Ersttarifierung des neuen Hub-Vernetzers City Airlines an, Ufo wittert Morgenluft. Die Kabinengewerkschaft legt Gehaltsforderungen vor - und setzt mit einer Discover-Taktik zum Frontalangriff auf Verdi an.
Ufo steigt in die Ersttarifierung von Lufthansa City Airlines ein. Die Kabinengewerkschaft hatte bereits Forderungen zu einem Manteltarifvertrag formuliert und reicht nun Gehaltsforderungen für die City-Airlines-Kabine nach.
"Wir möchten eine moderne, faire und konkurrenzfähige Vergütungsstruktur", teilte Ufo mit. "Die von uns vorgeschlagene Systematik ist bewusst unkompliziert gehalten und inkludiert sämtliche Zulagen. Sie ist damit leicht verständlich, schafft finanzielle Verlässlichkeit auch in Bezug auf Versorgungsansprüche."
Für die Höhe wählt Ufo einen bemerkenswerten - und im Tarifwettbewerb mit Verdi durchaus taktischen - Orientierungspunkt: "Der Kostenrahmen orientiert sich an dem von Discover Airlines."
Den Lufthansa-Ferienflieger hat allerdings nicht Ufo tarifiert. Verdi hatte Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit 2024 ausgestochen und bringt sich gerade für die Ersttarifierung von City Airlines in Stellung.
Jüngste Tarif- und Folgeabschlüsse bei
Eurowings und
Discover Airlines geben Verdi laut Verdi-Luftfahrtgewerkschafter Marvin Reschinsky "Rückenwind".
Gewerkschafts-Tauziehen um City AirlinesVerdi hatte bei City Airlines im Juni den ersten Aufschlag gemacht und Lufthansa zu "zeitnahen Tarifverhandlungen" über getrennte Vergütungstarifverträge für Piloten und Flugbegleiter und einen gemeinsamen Tarifvertrag zu Dienstregeln aufgefordert.
Laut Verdi hat gewerkschaftlich organisiertes Flugpersonal bei City Airlines "mehrheitlich" Mitgliedsnummern bei der Dienstleistungsgewerkschaft. "Die Beschäftigten aus Cockpit und Kabine der Lufthansa City Airlines haben sich klar für Verdi als tarifliche Vertretung entschieden", sagte Reschinsky. Gemeinhin gilt die noch junge City Airlines allerdings noch als kaum gewerkschaftlich durchdrungen.
City Airlines ist aus Tarifsicht für Cockpit und Ufo besonders sensibel. Die Airline dürfte innerhalb der nächsten 18 Monate Cityline ersetzen, bei der Cockpit und Ufo für das Flugpersonal verhandeln.
Nach Gewerkschaftsangaben will Lufthansa bereits bis Ende 2026 alle CRJ-900 von Cityline abziehen.Die Ufo-Forderung setzt die "Einstiegsstufe" bei 3.200 Euro für die City-Airlines-Kabine, die Tabelle baut sich über 18 Beschäftigungsjahre auf 4.590 Euro Monatsbrutto auf. Mit den eurogenauen Eckwerten will Ufo augenscheinlich einem Unterbietungswettbewerb mit Verdi bei City Airlines einen Riegel vorschieben.
Die von Verdi tarifierte "Discover arbeitet bereits mit diesem Vergütungsniveau und das, obwohl die Airline bei Einführung ihres Tarifvertrags noch nicht in den schwarzen Zahlen war", argumentiert Ufo. "Das ist sie nun und damit ist klar: Auch City Airlines kann sich dieses Niveau leisten. City Airlines soll nicht günstiger als Discover werden."
Verdi ist in der Lufthansa-Gruppe neben Discover auch bei Eurowings vertreten. Zudem organisiert sie die Beschäftigten der Lufthansa Technik und anderer Flughafensparten. Die DGB-Gewerkschaft sieht sich als größte deutsche Gewerkschaft für das fliegende Personal.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa City Airlnes | 11.12.2025 09:16
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Beitrag vom 11.12.2025 - 15:15 Uhr
Das ist die typisch deutsche Neiddiskussion.
An welcher Stelle findet hier eine Neiddiskussion statt, oder unterstellen Sie dies nur, weil dies ein sehr emotionales Thema für Sie ist?
Jedes Berufsbild hat seine eigenen Besonderheiten und die gilt es zu berücksichtigen! Fragen sie doch gern mal bei den Verwaltungsmitarbeitern ob sie gerne in der Weihnachtszeit die gleichen Bedingungen hätten wie das fliegende Personal.. nein, da gilt auch kein "Augen auf bei der Berufswahl".
Unterstellen Sie, dass wenn Verdi einen Tarifvertrag für fliegendes Personal abschließt, dass sie für alle eine 37,5h-Woche, 30 Tage Urlaub etc. fordert und rein gar nichts für CS, Piloten oder Purser in den TV schreiben lässt?
Was gerade in Deutschland stattfindet ist eine Tarifflucht der Unternehmen zu Lasten der Arbeitnehmer! Und im Bereich Luftfahrt ist die Verdi der Steigbügelhalter!
Sehr gewagte These... eine Gewerkschaft schließt Tarifverträge ab, die es ermöglichen einem Unternehmen kostendeckend zu operieren und dabei unterstützt sie Tarifflucht???
Jeder Angestellte muss sich darüber im Klaren sein, dass er vor allem bei Konzernen immer mehr Personalnummer als Mitarbeiter oder gar Mensch ist!
Wo fängt bei Ihnen ein Konzern an? Ist Ryan Air ein Konzern, und ist dort die Wertschätzung ggü. Mitarbeitern besser oder schlechter?
Mitarbeiterwertschätzung erfolgt in erster Linie durch den direkten Vorgesetzten und KollegInnen. Konzerne zahlen für gewöhnlich höhere Gehälter und bieten auch andere Incentives ggü. KMU's.
Lufthansa ist zudem nicht defizitär wegen Gewerkschaften sondern wegen groben Management- und Aufsichtsratsfehlern, wilder Expansionspolitik zb oder eines wahnwitzigen Flugzeugparks!
Mit welchen Zahlen und Fakten hinterlegen Sie dies? Allegris, B777X??? Was kann LH dafür, dass die OEM's ihre Zulassung nicht hinbekommen, weil diese im Zuge ihrer Shareholder Value Strategie Entwicklung und QM als reine Kostenfaktoren abgetan haben?
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.
Beitrag vom 11.12.2025 - 14:02 Uhr
Das ist die typisch deutsche Neiddiskussion. Jedes Berufsbild hat seine eigenen Besonderheiten und die gilt es zu berücksichtigen! Fragen sie doch gern mal bei den Verwaltungsmitarbeitern ob sie gerne in der Weihnachtszeit die gleichen Bedingungen hätten wie das fliegende Personal.. nein, da gilt auch kein "Augen auf bei der Berufswahl". Was gerade in Deutschland stattfindet ist eine Tarifflucht der Unternehmen zu Lasten der Arbeitnehmer! Und im Bereich Luftfahrt ist die Verdi der Steigbügelhalter!
Jeder Angestellte muss sich darüber im Klaren sein, dass er vor allem bei Konzernen immer mehr Personalnummer als Mitarbeiter oder gar Mensch ist!
Lufthansa ist zudem nicht defizitär wegen Gewerkschaften sondern wegen groben Management- und Aufsichtsratsfehlern, wilder Expansionspolitik zb oder eines wahnwitzigen Flugzeugparks!
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.
Beitrag vom 11.12.2025 - 13:13 Uhr
Die UFO und VC sind als Fachgewerkschaften wichtig, da sie auch Themen außerhalb der Tarifierung auf dem Schirm haben! In wessem Interesse Verdi arbeitet, sieht man klar daran, dass zb bei Discover der Arbeitgeber Verdi Mitgliedern ein halbes Extra-Gehalt zahlt! Scheint also für ihn der angenehmere Partner zu sein! Warum? Weil die Verdi durch die Bank weniger für seine Mitglieder erreicht als die Fachgewerkschaften! Als Beispiel dient der mangelhafte Tarifvertrag zur LoL bei Discover. Weiterhin hat Verdi dort das Streikrecht mehr oder weniger verkauft - das einzige Schwert, das Arbeitnehmer haben! Also Augen auf!
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.
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An welcher Stelle findet hier eine Neiddiskussion statt, oder unterstellen Sie dies nur, weil dies ein sehr emotionales Thema für Sie ist?
Jedes Berufsbild hat seine eigenen Besonderheiten und die gilt es zu berücksichtigen! Fragen sie doch gern mal bei den Verwaltungsmitarbeitern ob sie gerne in der Weihnachtszeit die gleichen Bedingungen hätten wie das fliegende Personal.. nein, da gilt auch kein "Augen auf bei der Berufswahl".
Unterstellen Sie, dass wenn Verdi einen Tarifvertrag für fliegendes Personal abschließt, dass sie für alle eine 37,5h-Woche, 30 Tage Urlaub etc. fordert und rein gar nichts für CS, Piloten oder Purser in den TV schreiben lässt?
Was gerade in Deutschland stattfindet ist eine Tarifflucht der Unternehmen zu Lasten der Arbeitnehmer! Und im Bereich Luftfahrt ist die Verdi der Steigbügelhalter!
Sehr gewagte These... eine Gewerkschaft schließt Tarifverträge ab, die es ermöglichen einem Unternehmen kostendeckend zu operieren und dabei unterstützt sie Tarifflucht???
Jeder Angestellte muss sich darüber im Klaren sein, dass er vor allem bei Konzernen immer mehr Personalnummer als Mitarbeiter oder gar Mensch ist!
Wo fängt bei Ihnen ein Konzern an? Ist Ryan Air ein Konzern, und ist dort die Wertschätzung ggü. Mitarbeitern besser oder schlechter?
Mitarbeiterwertschätzung erfolgt in erster Linie durch den direkten Vorgesetzten und KollegInnen. Konzerne zahlen für gewöhnlich höhere Gehälter und bieten auch andere Incentives ggü. KMU's.
Lufthansa ist zudem nicht defizitär wegen Gewerkschaften sondern wegen groben Management- und Aufsichtsratsfehlern, wilder Expansionspolitik zb oder eines wahnwitzigen Flugzeugparks!
Mit welchen Zahlen und Fakten hinterlegen Sie dies? Allegris, B777X??? Was kann LH dafür, dass die OEM's ihre Zulassung nicht hinbekommen, weil diese im Zuge ihrer Shareholder Value Strategie Entwicklung und QM als reine Kostenfaktoren abgetan haben?
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.
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Lufthansa ist zudem nicht defizitär wegen Gewerkschaften sondern wegen groben Management- und Aufsichtsratsfehlern, wilder Expansionspolitik zb oder eines wahnwitzigen Flugzeugparks!
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.
Vielleicht hat Verdi auch einfach den Gesamtbetrieb im Auge...
Unternehmen, in denen es starke Spartengewerkschaften gibt, sind komischerweise defizitär... die Bahn mit den Lokführern, Krankenhäuser mit dem Marburger Bund, die Lufthansa Passage mit UFO und VC...
Natürlich mag es auch noch andere Gründe dafür geben und eine eins zu eins Korrelation "optimistisch". Aber es ist unbestritten, dass über den Proporz hohe Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen, dass Betriebsklima massiv stört, was wiederum die Gesamtproduktivität negativ beeinflusst.