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Der Kern hatte Lufthansa 2024 schwer belastet, 2025 wird der Teilkonzern Lufthansa Airlines mit der Stammlinie Lufthansa Classic mindestens "plus-minus Null" abschließen. Das deutete Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Dezember vor Mitarbeitern an.
Unter dem Strich dürfte bei Lufthansa Airlines aus 2025 sogar ein kleiner Gewinn hängen geblieben sein, verlautete zuletzt aus dem Konzern. Genaueres will Lufthansa am Freitag bei Vorlage der Jahresbilanz 2025 in Frankfurt sagen.
Eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen wäre alles andere als selbstverständlich. Noch zum Halbjahr 2025 hatte Lufthansa Airlines 274 Millionen Euro Fehlbetrag ausgewiesen - Lufthansa Classic, größte Fluggesellschaft im Lufthansa-Verbund, zog das Spartenergebnis laut Management um 307 Millionen Euro runter.
Externe Faktoren - fehlende US-Lust unter Europäern und die Krisenherde in Nahost - arbeiteten 2025 gegen die Mainline.
Die bekommt hausgemachte Probleme inzwischen aber immer besser in Griff. Wie das "Handelsblatt" berichtet, dürften die Stückkosten bei Lufthansa Classic im laufenden Jahr nur halb so stark wie die Inflation anziehen. Die Wirtschaftszeitung beruft sich auf interne Äußerungen von Lufthansa Airlines Bereichsvorstand Jens Ritter.
Die Stückkosten gelten als wichtige Kennziffer der Controller und beschreiben das Verhältnis operativer Kosten zu angebotenen Sitzkilometern.
Lufthansa Airlines bewegt enorme Summen - nach wie vor entfallen über 40 Prozent Anteil am Konzernumsatz auf den Kernbereich. Wiederholt hatte das Lufthansa-Management darauf hingewiesen, dass niedrige einstellige Gewinnmargen auf Dauer nicht reichen, um Milliardeninvestitionen in neue Interkontflugzeuge zu finanzieren.
Abhilfe soll "Turnaround" schaffen. Das langfristig angelegte Maßnahmenpaket soll ab 2028 2,5 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag leisten - zwei Drittel über Kostenabbau und ein Drittel über Erlössteigerungen.
"Die voranschreitende Implementierung des Turnaround-Programms von Lufthansa Airlines wirkt sich nachhaltig positiv auf die operationelle Stabilität aus", merkte Lufthansa im Zwischenbericht zum dritten Geschäftsquartal 2025 bereits an.
Denn Turnaround findet tatsächlich auf vielen Ebenen statt. Die erhöhte "operationelle Stabilität", laut Lufthansa die beste seit zehn Jahren, bedeutet geringere Aufwendungen für Passagierentschädigungen, Hotelübernachtungen und Umbuchungen - Lufthansa spart bares Geld und hat zufriedenere Kunden.
Die neuen Allegris-Sitze starteten mit einiger Verspätung, kommen bei Passagieren der Lufthansa-Langstrecke aber gut an. Lufthansa setzt in der Business Class mit dem neuen Interkontprodukt nach eigenen Angaben zehn Prozent höhere Durchschnittserlöse, eine weitere wichtige Kennziffer der Airline-Mathematik, durch als es mit einem Produkt von der Stange möglich wäre.
Mit "Turnaround" will Lufthansa vor allem ihre Classic wieder auf Kurs bringen. Die Strategie sieht grundlegende strukturelle Änderungen vor, Ärger mit Gewerkschaften ist vorprogrammiert.
Lufthansa setzt auf die Langstrecke
Im Kern soll Lufthansa Classic stärker auf Langstrecke getrimmt werden - und den Anteil an der Kurzstreckenproduktion weiter zurückschrauben.
"Die Zielsetzung ist sehr klar", sagte Lufthansa-Netzwerkmanager Stefan Kreuzpainter im Oktober 2025 vor Investoren. "Bis 2030 werden wir 50 Prozent der Lufthansa-Airlines-Kurzstreckenflotte bei den effizienteren Flugbetrieben Discover Airlines und City Airlines haben."
Konzernweit will Lufthansa in den nächsten Jahren nur die Stärke der Interkontflotte ausbauen - und deren Alter und Komplexität weiter verringern. Auch das wird Kosten sparen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 04.03.2026 06:17







Kommentare (3) Zur Startseite
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Aufgrund plötzlicher Nahostverspannungen dürfte das allerdings nicht klappen.
So kann die Lufthansa auch mal beim Management ein bischen sparen.
Der Abschluss des Geschäftsjahres ist schon lange her.
Aufgrund plötzlicher Nahostverspannungen dürfte das allerdings nicht klappen.
So kann die Lufthansa auch mal beim Management ein bischen sparen.
Tja - sollte es eher nicht. Das Datum spielt keine Rolle. Damit solche Manipulationen nicht klappen oder Einzelevents das nicht beeinflussen wird der Durchschnittswert einer mehrmonatigen Periode genommen.
Ich wäre ja froh, wenn der Vorstand die maximalen Boni einstreicht. Dann sind soviele Parameter so gut, dass es allen gutgeht. Also ist der Wunsch sparen zu wollen hier kontraproduktiv.
Aufgrund plötzlicher Nahostverspannungen dürfte das allerdings nicht klappen.
So kann die Lufthansa auch mal beim Management ein bischen sparen.