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Italien bringt sich als Flügelmann ins Spiel

Alitalia Boeing 777-200ER
Alitalia Boeing 777-200ER, © Alessandro Ambrosetti

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MAILAND - Alitalia arbeitete in den vergangenen Monaten fieberhaft an einem Plan B zur drohenden Aufspaltung. Vier Wochen, bevor die Sonderverwalter Verhandlungen mit dem meistbietenden Interessenten beginnen sollen, bringt sich der Staat als möglicher Anteilseigner einer neuen Alitalia ins Gespräch.

"Wir haben gesagt, dass wir bereit sind, als Minderheitenanteilseigner einzusteigen", sagte der Präsident Staatsholding Cassa depositi e Prestiti (CDP), Claudio Costamagna, laut "Corriere della Sera" gegenüber der Alitalia-Sonderverwaltung. Hauptaktionär der CDP ist das italienische Wirtschaftsministerium.

Voraussetzung für eine Beteiligung der CDP ist laut Costamagna ein nachhaltiger Wirtschaftsplan für die Airline, der zum Beispiel unter der Ägide der Lufthansa oder von Air France-KLM umgesetzt werden könnte.

Sobald mögliche Partner "einen machbaren und nachhaltigen Wirtschaftsplan präsentieren, der unseren Statuten entspricht, werden wir zuhören", sagte Costamagno.

Damit liegt eine neue Lösung für Alitalia auf dem Tisch. Bisher haben die Sonderverwalter versucht, die Airline als Ganzes zu verkaufen. Interessenten für den gesamten Apparat gibt es jedoch nicht. Lufthansa, die bis vor kurzem als Übernahmefavorit galt, hat eine komplette Übernahme der Airline in der jetzigen Form von Anfang an ausgeschlossen.

Joint Venture oder Komplettverkauf

Eine Beteiligung des italienischen Staates an einer neuen Alitalia wäre eine Absage an den Komplettverkauf und würde eher eine Sanierung der Airline im Rahmen eines internationalen Joint Ventures bedeuten.

Die Weichen für die weitere Richtung wird die italienische Regierung stellen müssen - und die wird vermutlich zu großen Teilen aus der nationalistischen Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung bestehen wird.

Alitalia hat in den vergangenen Monaten neue Langstrecken aufgelegt - etwa zu Zielen in Afrika. Im März hat die Airline ein Codeshare-Abkommen mit der japanischen ANA vereinbart und ist mit einem Tourismusportal im Internet an den Start gegangen. Für Oktober plant die Airline laut dem Portal "TGG", die Pilotenausbildung wieder selbst zu übernehmen.

Alitalia muss sich zudem mit einem unbequemen Konkurrenten befassen - Qatar Airways baut ihre Beteiligung Meridiana im Eiltempo um. Unter dem neuen Namen Air Italy tritt die Airline auch auf der Langstrecke in Konkurrenz zu Alitalia.
© aero.de (boa) | Abb.: Alessandro Ambrosetti | 29.03.2018 13:33

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Beitrag vom 03.04.2018 - 13:39 Uhr
Bei 51% Beteiligung ganz sicher; aber der Name ALITALIA, darf nach italienischen Verständnis nicht verschwinden.
Über alles andere lässt sich verhandeln!
Beitrag vom 03.04.2018 - 11:13 Uhr
Das Komeptenzzentrum für Effizienz, Organisation und Luftfahrt: der italienische Staat.

Arividerci Alitalia
Beitrag vom 30.03.2018 - 04:20 Uhr
Interessant zu wissen wäre einmal, wer die immensen Schulden bei jedem Neustart übernimmt. Der italienische Steuerzahler oder die EU durch Ihr Hilfspaket ?Das müssten ja mittlerweile etliche Milliarden sein.
Und wieso kann man immer neue Flugzeuge kaufen wenn man kein Geld hat ?
Irgendjemand muss das ja genehmigen ......
Fragen über Fragen .......................


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