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Boeing stößt auf nächstes Dreamliner-Problem

Boeing 787-8
Boeing 787-8, © Boeing

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SEATTLE - Die Problemserie bei Boeings Pannenjet 787 "Dreamliner" reißt nicht ab. Ein Zulieferer habe mitgeteilt, dass einige 787-Bauteile nicht korrekt hergestellt worden seien, gab der Flugzeugbauer am Donnerstag bekannt und bestätigte damit Informationen des "Wall Street Journal".

Zugleich betonte Boeing aber, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine Sicherheitsbedenken bei den aktuell fliegenden Maschinen deswegen gebe. Man werde mögliche Nachbesserungen bei der 787-Flotte mit der US-Luftverkehrsaufsicht FAA abstimmen.

Boeing machte in seiner Stellungnahme keine Angaben dazu, welche Bauteile betroffen seien und um welchen Zulieferer es geht. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, einige Titan-Bauteile seien schwächer als vorgesehen gefertigt worden. Boeing habe sie bei zwei noch nicht ausgelieferten Maschinen bereits ausgetauscht, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Der als Langstrecken-Jet der Zukunft vor zehn Jahren auf den Markt gebrachte "Dreamliner" bereitet Boeing schon länger Probleme. In diesem Jahr musste der Konzern die Auslieferungen wegen Produktionsproblemen stoppen und die Produktion drosseln. Im Juli hieß es, dass weitere Inspektionen und Reparaturen bei etlichen 787-Fliegern nötig seien, die noch nicht an Kunden übergeben wurden.

Im Februar ordnete die FAA Überprüfungen von rund 222 "Dreamlinern" an, weil die Gefahr von Schäden an sogenannten Dekompressionspaneelen zur Abtrennung des Passagierbereiches bestehe. Der Defekt könnte der Behörde zufolge fatale Folgen haben, etwa wenn Luftfracht Feuer fängt.

Boeing rechne nun damit, die Auslieferungen frühestens im November wieder aufzunehmen. Der Flugzeugbauer wird angesichts der "Dreamliner"-Probleme - und der zwei Abstürze beim Modell 737 MAX - verstärkt von der FAA unter die Lupe genommen.

Boeing hatte im Sommer 2020 acht Dreamliner zurückgerufen - CFK-Hecksektion und CFK-Druckschott waren falsch verbunden, zudem fielen Materialoberflächen aus der Toleranz. Treten die Fehler gemeinsam auf, ist die Strukturfestigkeit nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 14.10.2021 14:08

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Beitrag vom 15.10.2021 - 19:25 Uhr
Der Dreamliner mag Probleme haben, er gehört aber zu den wenigen großen Passagierflugzeugen, die bis heute nicht abgestürzt sind bzw. menschliche Verluste herbeigeführt haben. Ohne die MAX-Krise würde man niemals die Sache beim Dreamliner so an die große Glocke hängen. Alle Flugzeuge haben irgendwo Schwachstellen. Entscheidend ist wie groß das Risiko ist, dass diese zu Katastrophen führen. Das ist hier in dem Falle nun mal eben extrem gering. 1000 ausgelieferte Dreamliner sprechen eine klare Sprache. Es ist weder ein Nightmareliner, noch ein Pannenflugzeug. Sondern eines der modernsten Linienmaschinen die es derzeit gibt. Wird wohl noch zwei bis drei Jahrzehnte in Produktion sein, wo weitere Versionen kommen werden. Sieht natürlich beim A350 nicht anders aus!

Die 787 gehört zu den wenigen Verkehrsflugzeugen, die monatelang gegroundet war, und einige Jahre später an die Airlines ausgeliefert wurde als geplant. Alleine dadurch entstanden für Boeing Milliardenkosten, die erstmal wieder eingenommen werden müssen.
Im Herbst letzten Jahres wurden die Auslieferungen gestoppt, ab März 21 wurden dann wieder einige wenige ausgeliefert und seit Mai aufgrund neuerlicher Probleme wurde wiederum die Auslieferung gestoppt, bis jetzt! Das wird Boeing noch mal riesige Summen an Entschädigungen kosten, und die Airlines haben sogar die Möglichkeit, aus den Verträgen auszusteigen.
Welche Probleme da noch auf uns zukommen, wird man sehen. Nur weil noch keine 787 abgestürzt ist, heißt das ja nicht, dass es sich um ein gutes Flugzeug handelt, insofern ist der Begriff „Nightmareliner“ schon angebracht, insbesondere aus finanzieller Sicht!
Finanziell wird das Ding wohl niemals in den grünen Bereich kommen, da sind sich die meisten Fachleute einig!
Übertroffen im negativen Sinne wird die 787 nur noch von der MAX, durch die über 300 Menschen sterben mussten.
Boeing versucht da jetzt den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, indem man den damaligen Chefpiloten Forkner verantwortlich macht, der jetzt angeklagt wird, ein ganz mieses Spiel ist das!
Auch bei den anderen Fliegern von Boeing gibt es Probleme über Probleme, wie z.B. beim Tankerprogramm, aber auch bei der neuen AF one




Dieser Beitrag wurde am 15.10.2021 21:03 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.10.2021 - 16:20 Uhr
@Jumpfly

Natürlich wird sie das, Alterung ist i.d.R der einzige Grund für die hohen Herstellungskosten von technischen Anlagen.

Müssten die Flugzeugtriebwerke nicht so lange halten könnte man sie bei gleicher Leistung und Verbrauch locker für die Hälfte der Kosten herstellen und hätte die Comet nur 10-20 Flüge lang halten müssen wär sie ein super Flugzeug gewesen und man hätte die Fenster evtl. sogar noch größer und das Blech noch dünner machen können.

Wenn bei der 787 irgendwas nicht genau genug verbunden ist und irgendein Bolzen/Niet dann anders drückt, zieht und schabt wie er soll werden die Teile an denen er sich abstützt anders belastet und da dank FEM heute nicht nur bei Boeing alles exakt an der Belastungsgrenze konstruiert wird es auch keine versteckten Reserven geben die dass dann auffangen und sie werden sich schneller abnutzen.

Bei Klebstoffen, Beschichtungen, Kunststoffen und sonstigen Chemieerzeugnissen spielt die Alterung, die dort ja auch ohne jede Belastung bzw. Benutzung eintritt, eine noch größere Rolle.

Die Airlines werden ihre 787 sicher gut und regelmäßig untersuchen was sicher in großen, teuren Reperaturen resultieren wird ...
Beitrag vom 15.10.2021 - 14:52 Uhr
Da wird Boeing hoffentlich aus dem Versagen des Druckschotts bei der 747 der JAL gelernt und die Sicherheitsmarge nicht ans Minimum heran gerechnet haben.

Das war aber glaub ich ein Instandsetzungs/Montagefehler bei JL123

"Bei der Reparatur nach einem Tailstrike auf dem Osaka International Airport am 2. Juni 1978 war eine Ausbesserung am Druckschott im Heck der Maschine nur mit einer einfachen statt wie gefordert mit einer doppelten Nietreihe befestigt worden. " Wikipedia


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