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Russland fährt Produktion von MS-21 und Superjet hoch

Irkutsk MS-21
Irkutsk MS-21, © UAC

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IRKUTSK - Bei der Entwicklung der MS-21 griffen die Konstrukteure von Irkut tief in die Baukästen westlicher Zulieferer. Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs verhageln dem Hersteller genau deswegen den Lieferstart. Jetzt hat Irkut einen Plan B vorgelegt: 2024 werden die ersten MS-21 mit rein russischer Technik geliefert.

Nicht überall, wo "Russland" drauf steht, ist auch Russland drin. So bestehen aktuelle Irkut MS-21 nur zu 50 Prozent aus russischen Teilen - und sind damit ein leichtes Ziel westlicher Sanktionen.

Angesichts der Embargos hat der Hersteller die für 2022 geplante Aufnahme der Auslieferungen verworfen. Die ersten vier MS-21 hätten - mit PW1400G-Antrieben des US-Herstellers Pratt & Whitney unter den Flügeln - dieses Jahr eigentlich an Rossija Airlines gehen sollen.

Stattdessen werde Irkut 2024 sechs MS-21 mit russischen PD-14-Triebwerken an eine Airline liefern, verbreitete die United Aircraft Corporation (UAC) über die Nachrichtenagentur "Interfax" am Mittwoch.

Die Produktion werde 2025 auf 36 Flugzeuge und danach auf 72 Flugzeuge pro Jahr gesteigert, sagte UAC-Chef Yuri Slyusar. Selbst dieser Hochlauf wird allerdings kaum reichen, um westliche Flugzeuge in den Flotten russischer Airlines zügig und vollständig zu ersetzen.

Allein Aeroflot hat an die 100 Airbus A320 und A321, dazu drei Dutzend Boeing 737. Im Register der Tochter Rossija stehen 18 A319, acht A320 und zwölf 737. 

Westliche Leasinggesellschaften fordern die Flugzeuge zurück, zeitgleich verebbt die Ersatzteilversorgung - die Vereinigten Staaten hatten zuletzt den Druck auf Drittstaaten erhöht, die Komponentenversorgung russischer Airlines umgehend einzustellen.

Neben der MS-21 will UAC ab 2024 nach neuesten Plänen daher mindestens 150 Superjet 100 mit PD-8-Triebwerken statt SaM146-Triebwerken herstellen. Das PD-8 eine Abwandlung des PD-14. Derzeit sind bei russischen Airlines 148 SSJ100 registriert. Eine Anfangsrate von 20 SSJ100 pro Jahr lässt sich laut Slyusar auf 30 oder 40 Flugzeuge anheben.
© aero.de | Abb.: UAC | 14.04.2022 15:01

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Beitrag vom 17.04.2022 - 11:38 Uhr
Den Chinesen ist vieles zuzutrauen aber bei Verkehrsflugzeugen wird es doch relativ lange dauern. Einmal wegen der Verzögerungen durch die Entwicklungsprobleme zum anderen weil der Produktionshochlauf erst den eigenen Bedarf decken wird und das dauert sehr lang.

Zudem ist dies nicht das was Russland eigentlich nach dem Selbstverständnis will. Die sehen sich immer noch als Weltmacht die alles allein kann. Deswegen auch MS 21 was nach kaufmännischen Gesichtpunkten völliger Schwachsinn ist da absehbar war das die Welt nicht darauf wartet und Russland als Absatzmarkt zu klein ist.

Militärisch (trotz derzeitiger Probleme) und nach Rohstoffvorkommen und Landmasse sind sie das auch. Das war's dann aber auch. Als Industrienation im Weltmassstab absolut unterentwickelt. E
Beitrag vom 17.04.2022 - 10:16 Uhr
Die Chinesen werden dankend einspringen. Der "böse" Westen wird durch den ach so lieben Süden ausgetauscht. Das dürfte aber Indien nicht gefallen.
Russland ist in der Klemme: Moderne Raumfahrt, Luftfahrt und Waffenindustrie kann Russland nicht allein schaffen.


Genau so wird’s kommen!
Auch wenn die Chinesen noch etwas Zeit benötigen, bis sie konkurrenzfähige Flugzeuge produzieren, aber wenn man sieht, wie schnell sie in anderen Bereichen nicht nur mithalten können , wird man auch in der Luftfahrt bald vorne dabei sein.
Gerade ist eine Crew nach 6 Monaten von der chinesischen Raumstation zurückgekehrt, auch in diesem Sektor können sie mittlerweile mithalten.
Ebenso im Eisenbahnbau, wo sie die Magnetschwebebahn weiterentwickelt haben, die von ThyssenKrupp in Shanghai als funktionsfähige „Teststrecke“ gebaut wurde, auch im Automobilsektor, eigentlich in fast allen Bereichen!
Beitrag vom 16.04.2022 - 20:24 Uhr
Die Chinesen werden dankend einspringen. Der "böse" Westen wird durch den ach so lieben Süden ausgetauscht. Das dürfte aber Indien nicht gefallen.
Russland ist in der Klemme: Moderne Raumfahrt, Luftfahrt und Waffenindustrie kann Russland nicht allein schaffen.


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