Lieferkettenprobleme?
Älter als 7 Tage

Airbus verpasst Etappenziel beim Ratenhochlauf

Airblue Airbus A321neo
Airblue Airbus A321neo, © Airbus

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TOULOUSE - Weltweit angespannte Lieferketten halten Airbus in Atem. Der Konzern hat über den Mai nur 37 A320neo ausgeliefert. Laut Kreisen kommt der Ausbau der Produktion gerade langsamer voran als erhofft. Die Jahresziele wackeln. Konkurrent Boeing spürt die Verwerfungen in der Logistik ebenfalls deutlich.

19 A320neo und 18 A321neo: Airbus hat im Mai weniger Flugzeuge in seinem Brot-und-Butter-Programm ausgeliefert als erwartet.

"Die Auslieferungen verteilen sich nicht linear und können in einem Monat niedriger und im nächsten höher sein", sagte ein Airbus-Sprecher aero.de. "Was zählt, sind die Auslieferungen zum Jahresende."

Airbus hat sich für 2022 einem Zielwert von 720 Einheiten verschrieben, kurz vor Halbzeit hat der Konzern tatsächlich erst 237 Flugzeuge übergeben. In den Vorjahren hatte Airbus zwar auch erst mit einem Endspurt im Schlussquartal die Jahresziele erreicht - aktuell bringen laut Kreisen allerdings Lieferkettenprobleme Airbus aus dem Tritt.

"Angesichts des aktuellen Umfelds sind aus mehreren Gründen einige Anpassungen erforderlich", räumte der Sprecher ein.

Airbus ist mit den Problemen nicht allein. Boeing hat im Mai die Produktion der 737 MAX für zehn Tage ausgesetzt, mutmaßlich wegen fehlender Steckverbindungen.

"Wir gehen davon aus, dass wir im Jahresverlauf 2022 mit zusätzlicher Komplexität konfrontiert sein werden, die nicht nur aus (...) geopolitischen Spannungen resultiert, sondern auch aus der Lage der globalen Versorgung und Logistik, insbesondere im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie in China", bremste Airbus-Chef Guillaume Faury im April die Erwartungen.

Airbus regelt die Linien an die vier Standorten Hamburg, Toulouse, Mobile (USA) und Tianjin (China) bis Mitte nächsten Jahres auf 65 Monatseinheiten hoch, 2025 soll die Produktion bei 75 Flugzeugen ihre vorläufige Reisefkughöhe erreichen.

Hochlauf harzt

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" ist Airbus beim Hochlauf leicht hinter ein Etappenziel zurückgefallen - statt der geplanten 50 Flugzeuge sollen die Linien derzeit auf plusminus 45 A320neo und A321neo laufen.

An den Ratenzielen selbst will Airbus nicht rütteln. Selbst wenn sich die Nachfrage in den nächsten Jahren abkühlen sollte, bleibe "die Rate von 75 (Einheiten) im Zeitfester 2025/26/27 erforderlich, um die Kundennachfrage zu befriedigen", sagte Airbus-Finanzvorstand Dominik Asam der "Financial Times". "Bei der A321neo sind wir bis 2027 ausverkauft."
© aero.de | Abb.: Airbus | 10.06.2022 06:51


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