Zwischenfall in Boston
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Learjet stellt sich E190 in den Weg

Zwischenfall in Boston
Zwischenfall in Boston, © NTSB

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BOSTON - Eine E190-Crew von JetBlue Airways hat Ende Februar eine Landung in Boston wenige Meter über dem Boden abgebrochen - und eine drohende Kollision mit einem Learjet vermieden. Videoausschnitte aus dem JetBlue-Cockpit zeigen, wie knapp die Situation am Logan Airport war.

Boston, 27. Februar 2023: JetBlue Airways 206 aus Nashville erreicht den Logan Airport kurz nach Sonnenuntergang.

"Der Erste Offizier steuerte das Flugzeug auf dem ILS-Anflug auf 4R", wird der Kapitän später zu Protokoll geben. "Wir erhielten unsere Landeerlaubnis und gingen die Lande-Checkliste durch."

Sekunden vor dem Aufsetzen - der Autopilot ist bereits deaktiviert - wird die Routine im JetBlue-Cockpit unterbrochen. Ein Learjet der Charterfirma Hop-A-Jet rollt - ohne Freigabe - auf 4R zum Start. Die Piloten erkennen die Situation, ebenso der Fluglotse im Tower: JetBlue 206 startet durch.

Die E190 zieht in nur "20 Fuß" Höhe über das Pistenkreuz 4R/9 hinweg. Einige Minuten später setzt die Crew sicher in Boston auf.

Der Fehler im Hop-A-Jet-Cockpit wird weiter untersucht. Der Kapitän ging laut einer Einlassung davon aus, eine Startfreigabe erhalten zu haben - räumte aber ein, wegen einer Erklältung eventuell nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein. Die Crew wurde unmittelbar nach der Landung in Fort Lauderdale über den Vorfall beim Start in Boston informiert.

Die US-Flugunfallstelle NTSB hat in der öffentlichen Fallakte inzwischen Ausschnitte eines Videos aus dem JetBlue-Cockpit hinterlegt, auf dem der Learjet bereits im Bild ist.

Serie von Beinaheunfällen in den USA

In den USA spielte sich zuletzt eine Serie von Beinaheunfällen an Flughäfen ab. Am 13. Januar zwang eine 777-200 von American Airlines am New Yorker Kennedy-Flughafen eine startende 737-900 von Delta zur Vollbremsung.

Am 4. Februar wendeten FedEx-Piloten eine drohende Kollision mit einer 737-700 von Southwest in Austin ab. Die Flugsicherung hatte die 767F zur Landung und die 737-700 zeitgleich zum Start auf der gleichen Piste freigegeben - der Frachter zog mit nur 30 Meter Höhenunterschied über die 737 hinweg.

Ein ähnlicher Vorfall spielte sich am 30. April in Charlotte ab - hier musste eine 737 MAX 8 von American Airlines einem Airbus A220-300 von JetBlue ausweichen.
© aero.de | Abb.: NTSB | 07.08.2023 09:51

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Beitrag vom 07.08.2023 - 16:10 Uhr
Bei korrekter Phraseologie und ebensolchen Readback kann dies nicht passieren. Man sollte die Ergebnisse der Untersuchung abwarten.
Ansonsten: Hören oder einen Code zu empfangen bedeutet noch keine Compliance. Erst der eindeutige Readback schließt Missverständnise aus.
Beitrag vom 07.08.2023 - 11:52 Uhr
Ich kann einfach nnicht vertshen, dass diese Freigaben etc immer noch über Sprechfunk laufen und man die Sachen nicht klar und unmissverständlich digital übermittelt.

Ich schätze dass die damit verbundenen Kosten für Infrastruktur und Ausrüstung jeder einzelnen Maschine bisher als zu hoch erschienen.
An einer weltweiten Standardisierung dürfte sowas 2023 eigentlich nicht mehr scheitern.
Gab es nicht bereits vor so 15-20 Jahren Vorschläge von der NASA zu dem Thema?
Beitrag vom 07.08.2023 - 11:25 Uhr
Ich kann einfach nnicht vertshen, dass diese Freigaben etc immer noch über Sprechfunk laufen und man die Sachen nicht klar und unmissverständlich digital übermittelt.


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