Bundeswehr testet Kamikazedrohnen
BERLIN - Die Bundeswehr wertet einen Test von Drohnenschwärmen als Erfolg. An dem Versuch waren mehrere Drohnenhersteller beteiligt.
Dabei wurde auf dem Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt ein sogenannter Aufklärungs- und Wirkungsverbund aus Aufklärungsdrohnen, einer KI-unterstützten Führungssoftware sowie Kamikazedrohnen ("Loitering Munition") verschiedener Hersteller ausprobiert.
Das Experiment habe einen "wichtigen Meilenstein für die Gefechtsführung der Zukunft gesetzt", teilte die Bundeswehr mit.
Als Loitering Munition werden Drohnen mit einem Sprengkopf bezeichnet, die längere Zeit über einem Zielgebiet kreisen können, bis ihnen per Datenlink ein Ziel zugewiesen und das Angriffskommando gegeben wird.
Die Erprobung erfolgte nach diesen Angaben unter Federführung des Planungsamts der Bundeswehr. Zudem waren mehr als zehn Unternehmen beteiligt, darunter auch deutsche Drohnenhersteller wie Helsing und Stark Defence. Die Drohnen flogen im Test ohne Sprengkopf und zerschellten im Ziel.
Zur Steuerung wurde ein Bundeswehr-System ("Command & Control Unmanned Management System Bundeswehr") eingesetzt. Mit dieser Software lassen sich verschiedene Drohnentypen und sogenannte Wirkmittel sowie ihre jeweilige Steuerungssoftware zu einem Wirksystem zusammenfassen.
Die Bundeswehr teilte dazu mit: "Mit dem erfolgreichen Experiment wurde der praktische Nachweis für den wirksamen Einsatz von Loitering Munition in der Bundeswehr erbracht und die Grundlage für die Verwendung KI-basierter Systeme im Gefecht gelegt."/
© dpa, aero.de | 08.12.2025 15:41
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Beitrag vom 10.12.2025 - 11:35 Uhr
Klingt nach etwas mehr, als nach Modellflugzeugen aus Ihrer Jugendzeit.
Ja, klingt vor allem nach einem Test der Kontroll- und Kommunikationswege und deren Software.
Zum Vergleich: bei Flugzeugen ist doch auch schon alles erfunden, was muss man da noch neues testen?
Richtig, dass Flugzeuge fliegen können, ankommen, wo sie hinwollen, und dort landen können muss nicht mehr getestet werden.
@IRIS
Ich habe keine "passt schon" Mentalität vertreten. Herstellergarantien sind gang und gäbe. Dass Hersteller implizit oder explizit Funktionsgarantien geben müssen sieht man schon an so einfachen Dingen wie dem CE-Zeichen. Oder, um ein ganz aktuelles Problem zu benennen, an der von der EU demnächst eingeforderten erweiterten Funktionsgarantie für Software Dritter, auch wenn die vom Kunden eingesetzte Software z.B. durch Systemupdates ändert. Verträge, die vom Lieferanten spezifizierte Leistungen garantieren, sind für den Kunden immer weit besser als sporadische Tests. Im Luftverkehr wissen Passagiere das sehr zu schätzen, wenn der Beförderer wieder mal was erstatten muss.
Beitrag vom 09.12.2025 - 23:16 Uhr
Vorallem reicht es halt nicht dass der Hersteller sagt:
"passt schon"
und dann passieren in der Anwendung irgendwelche Unfälle.
Beitrag vom 09.12.2025 - 19:24 Uhr
Tatsächlich ist auch Präzision Teil des Konzepts.
Unter Präzision verstehe ich erst mal die Qualität der Zielerreichung.
Für die Zielauswahl gibt es drei Methoden: Manuell visuell via Video-Rückkanal, automatisch durch GPS & Co., oder autonom durch KI-Bildanalyse. Alle drei sind heutzutage bereits im Einsatz oder zumindest einsatzreif, und alle drei sind bereits realisiert und haben bekannte Vor- und Nachteile.
Die Umsetzung von Zielkoordinaten in die Ansteuerung und Flugkontrolle ist jetzt auch nichts Neues.
Was fehlt da noch in Sachen Präzision? Hinfliegen sollten die Dinger doch schon können, ohne Zweifel zu wecken. Und im Ziel explodieren sollte jetzt auch nicht unmöglich sein.
Dass das alles, insbesondere die erforderliche Präzision bereits herstellerseitig ausreichend getestet und nachgewiesen wurde halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Ein Test nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" ist abschliessend zur Entscheidungsfindung des Zuschlags sinnvoll, aber eben nicht zum Nachweis, dass überhaupt was geht. Der brächte für einen potentiellen Angreifer höchstens das Risiko, sich bereits vorher totzulachen.
Klar gibt es das alles. Aber ich zitiere mal aus dem Artikel:
"...
Dabei wurde auf dem Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt ein sogenannter Aufklärungs- und Wirkungsverbund aus Aufklärungsdrohnen, einer KI-unterstützten Führungssoftware sowie Kamikazedrohnen ("Loitering Munition") verschiedener Hersteller ausprobiert.
..."
und:
"...
Zur Steuerung wurde ein Bundeswehr-System ("Command & Control Unmanned Management System Bundeswehr") eingesetzt. Mit dieser Software lassen sich verschiedene Drohnentypen und sogenannte Wirkmittel sowie ihre jeweilige Steuerungssoftware zu einem Wirksystem zusammenfassen.
..."
Klingt nach etwas mehr, als nach Modellflugzeugen aus Ihrer Jugendzeit.
Zum Vergleich: bei Flugzeugen ist doch auch schon alles erfunden, was muss man da noch neues testen?
Dieser Beitrag wurde am 09.12.2025 19:24 Uhr bearbeitet.
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Klingt nach etwas mehr, als nach Modellflugzeugen aus Ihrer Jugendzeit.
Ja, klingt vor allem nach einem Test der Kontroll- und Kommunikationswege und deren Software.
Zum Vergleich: bei Flugzeugen ist doch auch schon alles erfunden, was muss man da noch neues testen?
Richtig, dass Flugzeuge fliegen können, ankommen, wo sie hinwollen, und dort landen können muss nicht mehr getestet werden.
@IRIS
Ich habe keine "passt schon" Mentalität vertreten. Herstellergarantien sind gang und gäbe. Dass Hersteller implizit oder explizit Funktionsgarantien geben müssen sieht man schon an so einfachen Dingen wie dem CE-Zeichen. Oder, um ein ganz aktuelles Problem zu benennen, an der von der EU demnächst eingeforderten erweiterten Funktionsgarantie für Software Dritter, auch wenn die vom Kunden eingesetzte Software z.B. durch Systemupdates ändert. Verträge, die vom Lieferanten spezifizierte Leistungen garantieren, sind für den Kunden immer weit besser als sporadische Tests. Im Luftverkehr wissen Passagiere das sehr zu schätzen, wenn der Beförderer wieder mal was erstatten muss.
"passt schon"
und dann passieren in der Anwendung irgendwelche Unfälle.
Unter Präzision verstehe ich erst mal die Qualität der Zielerreichung.
Für die Zielauswahl gibt es drei Methoden: Manuell visuell via Video-Rückkanal, automatisch durch GPS & Co., oder autonom durch KI-Bildanalyse. Alle drei sind heutzutage bereits im Einsatz oder zumindest einsatzreif, und alle drei sind bereits realisiert und haben bekannte Vor- und Nachteile.
Die Umsetzung von Zielkoordinaten in die Ansteuerung und Flugkontrolle ist jetzt auch nichts Neues.
Was fehlt da noch in Sachen Präzision? Hinfliegen sollten die Dinger doch schon können, ohne Zweifel zu wecken. Und im Ziel explodieren sollte jetzt auch nicht unmöglich sein.
Dass das alles, insbesondere die erforderliche Präzision bereits herstellerseitig ausreichend getestet und nachgewiesen wurde halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Ein Test nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" ist abschliessend zur Entscheidungsfindung des Zuschlags sinnvoll, aber eben nicht zum Nachweis, dass überhaupt was geht. Der brächte für einen potentiellen Angreifer höchstens das Risiko, sich bereits vorher totzulachen.
Klar gibt es das alles. Aber ich zitiere mal aus dem Artikel:
"...
Dabei wurde auf dem Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt ein sogenannter Aufklärungs- und Wirkungsverbund aus Aufklärungsdrohnen, einer KI-unterstützten Führungssoftware sowie Kamikazedrohnen ("Loitering Munition") verschiedener Hersteller ausprobiert.
..."
und:
"...
Zur Steuerung wurde ein Bundeswehr-System ("Command & Control Unmanned Management System Bundeswehr") eingesetzt. Mit dieser Software lassen sich verschiedene Drohnentypen und sogenannte Wirkmittel sowie ihre jeweilige Steuerungssoftware zu einem Wirksystem zusammenfassen.
..."
Klingt nach etwas mehr, als nach Modellflugzeugen aus Ihrer Jugendzeit.
Zum Vergleich: bei Flugzeugen ist doch auch schon alles erfunden, was muss man da noch neues testen?
Dieser Beitrag wurde am 09.12.2025 19:24 Uhr bearbeitet.