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Die Boeing 747-8 D-ABYD und D-ABYG aus den Produktionsjahren 2012 und 2013 werden Lufthansa 2026 Richtung USA verlassen. Die US Air Force will mit den Flugzeugen aus Deutschland zunächst ihre Air-Force-One-Piloten trainieren - und für später eine Ersatzteilreserve anlegen.
Die Flottentransaktion lässt bei Lufthansa gewaltig die Kasse klingeln. "Es war so viel Geld, dass wir nicht Nein sagen konnten", bekannte Lufthansa-Chef Carsten Spohr laut "Handelsblatt" am Mittwoch auf einer Mitarbeiterveranstaltung. Der US Air Force sind die topgewarteten Lufthansa-Flugzeuge 400 Millionen US-Dollar wert.
Der Abflug des 747-8-Duos bringt die Flottenplanung für das Frankfurter Drehkreuz laut Konzernkreisen allenfalls kurzfristig durcheinander.
Die Auslieferungen neuer Boeing 787-9 spielen sich ein. Lufthansa will zudem den Flottenexit der A340-600 verzögern. Der "effektive Kapazitätsverlust" werde sich im "untersten einstelligen Prozentbereich" bewegen und schon zum Sommerflugplan 2026 vollständig ausgebügelt sein, sagte ein Lufthansa-Kenner aero.de.
Lufthansa verbucht durch das Geschäft mit der US Air Force nicht nur einen hohen Buchgewinn in der Bilanz. Dem komplexen Allegris-Kabinenumbau der Teilflotte 747-8 muss sich Lufthansa jetzt nur noch für 17 Flugzeuge stellen.
Flottenbewerter verorten Restwerte gebrauchter 747-8I zwischen 100 und 150 Millionen US-Dollar. Defacto gibt es aber nur begrenztes Gebrauchangebot für das Modell - die 747-8 ist in Passagierversion ist nur bei Lufthansa, dem nach wie vor größten Betreiber, Korean Air und Air China im Einsatz.
Ein Handvoll Exemplare hatte Boeing für VVIP-Umbauten produziert. Eine 747-8 kaufte der Hersteller 2022 zur Teilegewinnung zurück. Das Flugzeug war 2012 mit nur 42 Flugstunden auf der Uhr am EuroAirport Basel-Mulhouse gestrandet.
Korean Air hatte fünf Flugzeuge ihrer 747-8I-Flotte bereits 2024 in die USA verkauft - zum durchschnittlichen Stückpreis von 135 Millionen US-Dollar. Die Flugzeuge stellen die Basis für das Nachfolgeprogramm der E-4B "Nightwatch", den fliegenden Nukleareinsatzständen der US Air Force.
Zusätzliche A350-1000 oder 777-9 für Lufthansa
Spohr kündigte an, den Sondererlös aus der Flottentransaktion in zwei neue Interkontjets zu reinvestieren. Lufthansa könnte entweder ihre Bestellpositionen für das Airbus-Topmodell A350-1000 entsprechend ausbauen - oder bei Boeing zusätzliche 777-9 nachordern, sagte der Manager. Verhandlungen laufen bereits.
Lufthansa hatte ihren A350-1000-Programmauftrag vor einem Jahr auf 15 Flugzeuge ausgebaut. Der Konzern hält ordentliche Optionspakete für Großraumflugzeuge in der Hinterhand: Lufthansa kann aus Vorvereinbarungen mit Airbus und Boeing noch bis zu 25 weitere A350-1000 und bis zu 24 zusätzliche 777-9 abrufen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 19.12.2025 06:23







Kommentare (6) Zur Startseite
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Ich denke nicht, dass es hier um anbiedern geht. Ich denke eher, Lufthansa erhält von Boeing recht günstiges Fluggerät als Kompensation für verspätete Lieferung.
ist so unverständlich nicht: Erstens ist es immer gut, nicht nur einen einzigen leistungsfähigen Lieferanten zu haben, zweitens sieht man in den USA im Gegensatz zur EU nicht erst seit Trump sehr darauf, dass das Geld möglichst im Lande bleibt, und drittens ist politische Pression auf Wirtschaftsentscheidungen ein allseits bekanntes Merkmal aktueller US-Politik.
Eigentlich ist es also nicht unverständlich, sondern nur logisch.