Zulassung unter Zeitnot
Älter als 7 Tage

Ryanair: 737 MAX 10 wird Deadline reißen

Boeing 737 MAX 10
Boeing 737 MAX 10, © Boeing

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SEATTLE - Die Zulassung der 737 MAX 10 ist ein Rennen gegen die Zeit - das Boeing nach Einschätzung von Michael O'Leary nicht mehr gewinnen kann. Der Ryanair-Chef rechnet erst 2023 mit einer Zulassung des A321neo-Gegenparts. Die liegt aber nicht allein in den Händen des Herstellers.

2022 wird Boeing die 737 MAX 10 nach Einschätzung von Ryanair nicht mehr ins Ziel bringen. "Ich gehe nicht davon aus, dass Boeing bis Jahresende die Zulassung schafft", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary der Nachrichtenagentur "Reuters".

Für den Nachzügler der Modellfamilie hängt dabei viel, wenn nicht alles, von einer Zertifizierung bis 31. Dezember 2022 ab. Der "Aircraft Certification, Safety and Accountability Act" schreibt ab 1. Januar 2023 für neu zugelassenene Flugzeuge in den USA ein zentrales Warnsystem vor.

Andere Boeing-Serien verfügen schon seit der 767 mit dem "Engine Indicating and Crew Alerting System (EICAS)" über eine integrierte Warnarchitektur, die 737 MAX blieb als Weiterentwicklung der 737-Serie ausgenommen.

Das EICAS sortiert eingehende Systemfehler und bereitet sie akustisch, visuell und taktil auf - Piloten können bei zeitgleich niederprasselnden Fehlermeldungen die erforderlichen Schritte leichter priorisieren.

Bisher sträubt sich der US-Kongress gegen jede Fristverlängerung für die 737 MAX 10. Am Ende wird Washington einlenken, ist O'Leary überzeugt. "Es ergibt keinerlei Sinn, Boeing dazu zu zwingen, Cockpit und Sicherheitssysteme umzugestalten." Ryanair hatte 2021 Verhandlungen über 200 737 MAX 10 vorerst abgebrochen - die Flugzeuge waren O'Leary zu teuer.

Boeing stellt 737 MAX 10 in Frage

Bisher herrscht zwischen Boeing und Kongress ein Patt. Boeing-Vorstandschef David Calhoun hatte im Juli gar vor einem Stopp der 737 MAX 10 gewarnt. In Seattle fürchtet man bei einem Umbau der 737-MAX-10-Systeme nicht nur eine weitere technische Großbautstelle - sondern auch kommerzielle Risiken.

Die 737 MAX 10 würde sich in diesem Fall so stark von den Schwestermodellen 737 MAX 8 und 737 MAX 9 unterscheideden, dass Piloten im Airlinealltag nicht problem- und gefahrenlos zwischen den Typen wechseln könnten.
© aero.de | Abb.: Boeing | 31.08.2022 07:37

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Beitrag vom 01.09.2022 - 07:55 Uhr
Dass MCAS ursprünglich nur auf einen AoA Sensor zurückgegriffen hat, ist überhaupt gar nicht nachvollziehbar. Single point of failure. Wer schon mal irgendwas von Bauvorschriften und Zulassung in der Fliegerei gehört hat, kann das nicht verstehen.
Die neuere Airbus-Generation kenne ich (leider) nicht, aber der A300B hatte Mitte der Siebziger schon drei AoA Sensoren. In den Analogrechneren auf dem Flieger wurden diese Signale "voted", das heißt ein fehlerhafter Sensor konnte erkannt werden.
Bei jeder Neuauflage, von der 737-200 zur Classic, von der Classic zur NG, von der NG zur MAX hat Boeing auch auf Anregungen von Technikern immer wieder gesagt, dass sie kein neues Flugzeug machen können oder wollen.
Deshalb findet sich in jeder MAX hede Menge 707 & 727 Technologie aus den 50ern.
Aber die Airlines mögen es offenbar so.
Beitrag vom 31.08.2022 - 21:50 Uhr
In Seattle fürchtet man bei einem Umbau der 737-MAX-10-Systeme nicht nur eine weitere technische Großbautstelle - sondern auch kommerzielle Risiken.

Ich denke da liegt das eigentliche Problem.
Das kommerzielle Risiko, Flugzeuge auf den Markt zu bringen, die durch mangelhafte Ausstattung wahrscheinlicher Unfälle herbeiführen, ist einfach nicht groß genug.
Wen interessieren denn hier Menschenleben, wenn es um Kohle geht?
Beitrag vom 31.08.2022 - 15:56 Uhr
ich krieg es nicht mehr genau zusammen, es war ein Abkommen aber letztendlich ist die Sache wohl so:
Es geht einizg und alleine um die Max 10, danach ist das Thema sowieso durch.


Nein es geht auch um den dritten AoA Sensor nicht nur um das Wahrnsystem.Die Max hat in Europa nur eine vorläufige Zulassung und muss entsprechend nach der Zulassung der MAX 10 umgerüstet werden.



Dieser Beitrag wurde am 31.08.2022 15:58 Uhr bearbeitet.


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