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Boeing reißt mit 787 weitere Lieferzusagen

KLM Boeing 787-10
KLM Boeing 787-10, © KLM

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SEATTLE - Boeing rechnet mit verschärften Lieferengpässen bei der 787. Der Airbus-Konkurrent hat Fluggesellschaften laut Kreisen neue Verzögerungen gebeichtet - einzelne Termine verschieben sich offenbar um bis zu 15 Monate. Boeing will sich mit höheren Stückzahlen Luft verschaffen.

Nach der Krise brauchen Airlines wieder Interkontflugzeuge, dringend. Nur sind die gerade Mangelware - und Entspannung ist nicht in Sicht.

Nach Informationen von "Leeham News" hat Boeing 787-Kunden mit Lieferterminen im kommenden Jahr unlängst über eine neue Verzögerung um bis zu 15 Monate ins Bild gesetzt - viele Auslieferungen werden demnach von 2024 ins Jahr 2025 rutschen.

Das Programm hat bewegte Zeiten hinter sich. Zwischen September 2020 und März 2021 setzte Boeing die Lieferungen wegen Qualitätsproblemen aus. Nach einer kurzen Atempause folgte schon im Mai 2021 der nächste Lieferstopp - erst seit August 2022 liefert Boeing wieder regelmäßig Dreamliner aus.

Bis Jahresende fanden immerhin 31 787 zu den Kunden, darunter erste 787 für Lufthansa. Bei den meisten Flugzeugen handelt es sich um 787 aus früherer Produktion, an denen Boeing vor der Auslieferung umfangreiche Nacharbeiten vornimmt.

Zu Spitzenzeiten hatten die 787-Linien in Everett und Charleston 14 Dreamliner pro Monat ausgespuckt. Die extreme Schlagzahl holte Boeing später heftig ein. Mehrere Airlines reklamierten Verarbeitungsmängel - oder fanden in ihren Flugzeugen zurückgelassenene Werkzeuge.

Im August 2020 rief Boeing acht Dreamliner zurück - eine unsaubere Verbindung von CFK-Hecksektion und CFK-Druckschott barg Sicherheitsrisiken. Das rief die US-Luftfahrtaufsicht FAA auf den Plan.

Rückkehr zu 10er-Takt

Eine Untersuchung deckte Schlampereien über Boeing hinaus bei zentralen Lieferanten auf. Faserverbund-Komponenten aus Japan litten unter Verunreinigungen. Ein italienischer Zulieferer hatte nach Medieninformationen Titanteile gefertigt, die nicht den Spezifikationen der Konstrukteure entsprachen.

Zeitweise hatte Boeing die Neuproduktion bis auf zwei 787 pro Monat abgesenkt. Nach Informationen von aero.de laufen aktuelle Vorgaben an größere Zulieferer auf eine Rate von fünf 787 im vierten Quartal 2023 hinaus, bis Ende 2025 strebt Boeing demnach eine Verdoppelung der Rate auf zehn Monatseinheiten an.
© aero.de | Abb.: Boeing | 20.01.2023 15:35

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Beitrag vom 23.01.2023 - 00:21 Uhr
Als diese Meldung von Boeing kam wäre ich gerne im Büro von Mr. Al B. von QR gewesen... 😉😂.
Beitrag vom 22.01.2023 - 04:33 Uhr
Ist es nicht eher auch vernünftig bzw. ein Zeichen es in den Griff zu bekommen, indem die Auslieferungen gestreckt werden? Eine langsamere Taktung bedeutet doch auch, mehr Puffer für Unvorhergesehenes zu haben. Lieber stabil 10 Flugzeuge pro Monat ausspucken, als 14 zu vermarkten und am Ende wegen Kleinigkeiten einen immer größeren Backlog aufzubauen. Eine frühere Abnahme hat in den wenigsten Fällen eine Airline abgelehnt. Für mich ist das eher ein Zeichen in die richtige Richtung.

Wenn man halt nicht schon 2 Jahre damit rumtun würde.

Und wenn man nicht inklusvie grounding und qualitätsprobleme ach egal.

Vlt. baut man ja wieder eine feuerfeste Stahlbox ein, in die man dann Li-Io Akkus packt, mit ventil nach aussen, damit einem die Kabine nicht vollraucht.

hat sich dann wirklich gelohnt, die Li-Io Akkus in Stahlbox, vom gewicht her, ist halt murks.
Aber was solls,
its a Boing.
Beitrag vom 21.01.2023 - 18:33 Uhr
Ist es nicht eher auch vernünftig bzw. ein Zeichen es in den Griff zu bekommen, indem die Auslieferungen gestreckt werden?

Das werden die Airlines, die gerade jetzt die B787 brauchen, aber nicht glücklich machen. Man hat aktuell fast 600 offene Bestellungen. LH wollte schon einen großen Teil seine B787-9 Flotte in der Luft haben. Bisher hat man drei und muss die A340 daher viel länger fliegen als geplant. Andere Fluggesellschaften, wie United, können nicht so wachsen wie sie wollen.
Wenn Boeing so weiter macht, wird LH noch A330Neo Kunde, was man ja eigentlich nicht wollte. Aber man braucht neue Flugzeuge und keine weiteren Vertröstungen von Seiten Boeing.


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