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Lufthansa verzeichnet bestes Quartal seit Air-Berlin-Pleite

Lufthansa Airbus A321neo
Lufthansa Airbus A321neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa hat in diesem Sommer die Corona-Krise wirtschaftlich hinter sich gelassen. Mit 1,5 Milliarden Euro operativem Gewinn (bereinigtes Ebit) erreichte der MDax-Konzern im Zeitraum Juli bis einschließlich September frühere Sphären und das zweitbeste Quartal seiner Geschichte.

Doch Fliegen bleibe teuer, warnte Vorstandschef Carsten Spohr die Kundschaft angesichts unsicherer Weltlage, knapper Flugzeuge, begrenzter Abfertigungskapazitäten und teuren Kerosins.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Lufthansa-Aktie legte zeitweise um achteinhalb Prozent zu. Am Nachmittag war sie mit einem Plus von gut siebeneinhalb Prozent auf 7,073 Euro zweitstärkster Gewinner im MDax, dem Index der mittelgroßen Werte. Dennoch wurde das Papier noch rund neun Prozent billiger gehandelt als zum Jahreswechsel.

"Die Ticketpreise bleiben hoch - wie andere Preise auch", sagte Spohr nach starken Buchungen für das laufende Schlussquartal. Im dritten Vierteljahr 2023 hat Lufthansa für jedes Ticket im Schnitt 25 Prozent mehr erlöst als im Sommer 2019. In der Größenordnung soll es auch im kommenden Jahr weitergehen.

Nur rund um die Pleite von Air Berlin im Jahr 2017, als die größte innerdeutsche Konkurrentin kurzfristig weggefallen war, hatte Lufthansa im Tagesgeschäft noch mehr verdient.

Im dritten Quartal 2023 steigerte der Konzern seinen Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent auf den Rekordwert von knapp 10,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Lufthansa knapp 1,2 Milliarden Euro, fast anderthalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Die Zahl der Passagiere kletterte in der Jahresfrist von 33 Millionen auf 38 Millionen.

Wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten traute sich der Vorstand aber nicht, seine Prognose für den operativen Jahresgewinn von mindestens 2,6 Milliarden Euro noch einmal anzuheben. Nur 2017 und 2018 hatten die Frankfurter mehr verdient. Analysten erwarten für die kommenden Jahre allerdings nur leichte Gewinnsteigerungen.

Weitere Unsicherheiten liegen in der geopolitischen Lage, wenngleich die aktuelle Krise in Nahost bei der Lufthansa-Gruppe nur zu einem kurzen Buchungsrückgang geführt hat. Getragen wird die Nachfrage weiterhin von Privatreisenden mit Weihnachten als nächstem Höhepunkt. "Ab Mitte Dezember wird es wieder eng an Bord", prognostizierte Spohr. Für das kommende Jahr rechnet das Management auch wieder mit stärkerer Nachfrage von Geschäftsreisenden vor allem Richtung Asien.

Der Konzern will sich nach Spohrs Worten unabhängiger machen vom deutschen Heimatmarkt, aus dem aktuell nur noch ein Viertel des Umsatzes stammt. Zu dieser Strategie gehört auch der geplante Einstieg bei der italienischen Staatsairline ITA, zu dem man in konstruktiven Gesprächen mit der EU-Kommission sei.

Dort werde immer besser verstanden, dass man im Luftverkehr wie bei Rüstung oder Energie darauf achten müsse, die europäischen Unternehmen im globalen Maßstab wettbewerbsfähig zu halten, sagte Spohr.

Wie die gesamte Branche kämpft Lufthansa im täglichen Betrieb immer noch mit den Folgen der Corona-Krise. Die deutschen Drehkreuze sind immer noch nicht so leistungsfähig wie vor der Pandemie, so dass Lufthansa im kommenden Jahr ihr Angebot nur auf 95 Prozent des Vorkrisenniveaus steigern kann. 2023 will sie bei 85 Prozent landen.

Die Auslieferung neuer Jets von Boeing und Airbus verzögert sich, so dass die neue Business-Kabine auf der Langstrecke nun erst im Sommer 2024 kommen soll. Vom kommenden Jahr an müssen auch 64 bereits aktive Mittelstrecken-Airbus-Maschinen monatelang in die Wartung, weil der Motorenhersteller Pratt & Whitney die Triebwerke wegen Materialmängeln zurückgerufen hat.

Spohr zeigte sich optimistisch, den Ausfall von durchschnittlich 20 Maschinen pro Tag kompensieren zu können, aber eins ist für ihn sonnenklar: "Überkapazitäten sind in den nächsten Jahren ausgeschlossen."

Starke Technik, schwächelnde Cargo

Neben Kompensationszahlungen von Pratt & Whitney setzt der Konzern auf die Fähigkeiten der Wartungstochter Lufthansa Technik, die zudem als Auftragnehmer anderer Airlines kräftig an der Krise mit weltweit 3.000 betroffenen Triebwerken verdienen könnte.

Bereits im laufenden Jahr steuern die Hamburger auf ein operatives Rekordergebnis oberhalb des Vorjahreswerts von 554 Millionen Euro zu. Auch sämtliche Airlines der Gruppe tragen teils mit Rekordzahlen zum Ergebnis bei - auch die deutsche Direktflugtochter Eurowings schreibt dank einer starken Urlaubssaison nach neun Monaten schwarze Zahlen.

Die Frachtsparte Lufthansa Cargo hielt sich nach ihren Rekordjahren während der Pandemie hingegen mit einer Million Euro nur denkbar knapp in den schwarzen Zahlen. Ein Jahr zuvor hatte sie noch einen operativen Gewinn von 331 Millionen Euro erzielt.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 02.11.2023 07:15

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Beitrag vom 04.11.2023 - 16:32 Uhr
Modhinweis
4 Beiträge wurden gelöscht (OT, Verletzung der ....)
Fly-away Moderator
Beitrag vom 02.11.2023 - 19:46 Uhr
Was ein Quatsch, alle haben gut verdient.

Warten sie mal ab, das war folge von Corona und dem Angebotsschock.
Wenn die Inflation durchschlägt wird das gleich ganz anders.

Achja, die große Klappe ist ja DER Experte der deutschen Luftfahrt. #BSBingo....
Nicht nur für die deutsche Luftfahrt, sondern einfach für ALLES!

Natürlich wird das anders! Spätestens 2025 geht das Gejammer über Gewinneinbruch etc. los.
Irgendwann kommen auch die Kunden wieder zur Vernunft und werden der LH (-Gruppe) die Tickets nicht mehr aus der Hand reißen. Und ja, angesichts der sowieso steigenden Preise für Kerosin, Landegebühren, Überflugrechte usw werden ab 2025 die Gewinne eh wieder sinken.

Ja, aber: Irgendwann wird auch der Ukrainekrieg beendet werden, und falls es bis dahin keine neuen Katastrophen bzw Kriege gibt, dann profitiert gerade die Luftfahrt davon. Man stelle sich vor, ein Flug nach China ist dann wieder 2 Stunden kürzer, was das alleine für den Spritverbrauch ausmachen würde, abgesehen, dass dann auch der Kerosinpreis deutlich sinken würde!
Beitrag vom 02.11.2023 - 19:24 Uhr
Perfekter Sturm pro LH: Die Kapazität ist begrenzt, deshalb die Preise hoch, die LH Gruppen Airlines untereinander zerteilt und die halten somit die Klappe. Teile und herrsche. Obendrein das Ego der Lufthanseaten nutzen, um es gegen sie zu verwenden. Chapeau Carsten, hat er fein gemacht! :-/

Was ein Quatsch, alle haben gut verdient.

OK, ich zitiere mal einen gerade mal 3 Tage alten Post von Ihnen:

 https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/antworten/Praesident-sieht-Klaerungsbedarf-bei-TAP-Privatisierung/#formular Post 1

Ich halte den letzten Absatz immer noch für Sozialistischen und Bürokratischen Wahnsinn in der EU.

Der Wettbewerb in der Luftfahrt ist ruinös.
KEINER, wirklich keiner der FSC in Europa verdient langfristig Geld, die Unternehmenswerte sind im Keller. Einzig die LCC verdienen Kohle, Ryanair.

Gehts Ihnen eigentlich nur ums Widersprechen aus Prinzip oder haben Sie zu manchen Themen wirklich eine eingene Meinung?


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