EU kappt Subventionen
Älter als 7 Tage

Kleineren Flughäfen droht 2024 das Aus

Flughafen Kassel-Calden
Flughafen Kassel-Calden aus der Luft, © Flughafen Kassel-Calden

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BRÜSSEL - Regionalflughäfen in Europa müssen sich künftig auf weniger Geld vom Steuerzahler einstellen. Die EU-Kommission hat am Donnerstag in Brüssel beschlossen, die staatlichen Beihilfen für Flughäfen in der EU zu kappen. Demnach sind für regionale Flughäfen Betriebsbeihilfen nur noch höchstens zehn Jahre lang - also bis 2024 - erlaubt.

Danach müssen sich die Standorte selbst tragen. Viele kleine Flughäfen müssen nach Ansicht von Luftverkehrsexperten nun um ihre Existenz fürchten.

Bei Investitionen in die Infrastruktur darf der Staat Flughäfen nur noch nach Größe gestaffelt unterstützen. Somit können Standorte mit weniger als einer Million Passagieren pro Jahr prozentual mehr bekommen als größere Flughäfen mit bis zu fünf Millionen Passagieren jährlich.

Für große Airports mit noch mehr Passagieren hält die EU-Kommission öffentliches Geld in der Regel nicht für notwendig, da diese sich selbst tragen können.

Die EU-Kommission nennt in dem Papier weder Länder noch Namen von Flughäfen. In Deutschland verzeichnet der Flughafenverband ADV knapp 30 Flughäfen mit weniger als fünf Millionen Reisenden - darunter Frankfurt-Hahn, Dortmund, Dresden, Friedrichshafen, Saarbrücken oder Zweibrücken.

Die Leitlinien sollen im März mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten. Die EU-Kommission will auf diese Weise den Subventionswettlauf zwischen Regionalflughäfen stoppen, von dem derzeit vor allem Billigflieger wie Ryanair profitieren. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte: "Die neuen Leitlinien werden einen fairen Wettbewerb gewährleisten."

Fraport-Chef: Flughafenschließungen möglich


Die verschärften Subventionsregeln könnten nach Ansicht des Frankfurter Flughafenchefs Stefan Schulte in Deutschland zur Schließung kleinerer Regionalflughäfen führen. Dies sei zumindest nicht auszuschließen. "Wenn ein Flughafen dauerhaft rote Zahlen schreibt, kommen sie doch zu der Frage, wer gibt denn auf Dauer die Unterstützung", sagte der Fraport-Vorstandschef am Donnerstag der dpa in Berlin.

Kommunen und Länder könnten keine unzulässigen Beihilfen geben. Daher müsse gerade im Interesse der defizitären Flughäfen jetzt eine Diskussion beginnen, sagte der Chef des größten deutschen Flughafens. Dabei könne es um alternative Verkehrsanbindungen für die betroffenen Regionen genauso gehen wie um die Suche nach neuen Märkten für die Flughäfen.

Das werde allerdings im Einzelfall sehr schwierig. Derzeit gebe es eine deutliche Verlagerung zu den größeren deutschen Airports, während die kleinen Standorte Verkehr und Geschäft einbüßten.

"Ich könnte mir vorstellen, dass die Hälfte der Regionalflughäfen in Deutschland wieder verschwinden wird", sagte Luftfahrtexpertin Yvonne Ziegler.

Laut der Professorin für Luftverkehrsmanagement der FH Frankfurt wird die Neuregelung aber auch größere Airports vor Probleme stellen. "Es gibt (...) auch große Flughäfen, die Verluste machen - Berlin zum Beispiel. Es sind nicht nur die kleinen regionalen Flughäfen, für die die EU-Richtlinien eine Herausforderung werden."
© dpa-AFX | Abb.: Flughafen Kassel-Calden | 20.02.2014 13:39

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Beitrag vom 14.05.2014 - 12:03 Uhr
Ich habe einen Traum, all die größenwahnsinnigen Regionalpolitiker werden mit ihrem Privatvermögen zur Kasse gebeten, für all die überflüssigen Regionalflughäfen in Deutschland.
Beitrag vom 21.02.2014 - 08:42 Uhr
@gyps_ruepelli:

Mag sein, dass TOS rentabel betrieben wird. Aber als Nordnorweger wirst Du bestimmt wissen, dass es dort auch einige Flughäfen gibt, die weitaus weniger Verkehr haben (Alta, Kirkenes, Evenes). Da wird es ohne Zuschüsse auch in Zukunft nicht gehen - und dennoch sind diese Flughäfen für die Lokalbevölkerung von immenser Bedeutung.

Daher finde ich den Beitrag von Skytrain sehr wichtig - bin gespannt, wie die EU dies regeln wird und welche Schlupflöcher dabei entstehen...
Beitrag vom 21.02.2014 - 08:06 Uhr
Besonders schön wäre es wenn die betroffenen in Deutschland sich jetzt hinsetzen würden, um realistisch die Überlebenschancen zu prüfen. ...vielleicht knipst der eine oder andere ja schon früher das Licht aus. Da spart die Allgemeinheit dann einge sinnlos verpulverte Euronen.

...ich weiss, jeder glaubt er wir es schaffen. Aber man darf doch mal träumen.


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