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Im März erreichte die Lufthansa-Aktie bei rund 11 Euro ein Jahreshoch. Seither sind die Papiere an der Börse im Dauersinkflug.
Am Mittwoch sackte die Lufthansa-Aktie unter die Marke von 7 Euro - und kostete damit ziemlich genauso viel wie im Oktober 2022. Dabei rechnet Lufthansa im laufenden Jahr in allen Flugbetrieben des Konzerns mit schwarzen Zahlen, bei der Wartungstochter Lufthansa Technik laufen die Geschäfte ebenfalls blendend.
Lange haben Airlines gestiegenen Zinsen und hoher Inflation getrotzt. "Der Sommer endet einfach nicht", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr erst im September auf eine ungebrochen robuste Nachfrage hingewiesen. Spohr und Lufthansa-Finanzchef Remco Steenbergen peilen für 2024 eine operative Marge von 8,0 Prozent an.
Doch das Marktumfeld wird schwieriger. Die Citigroup hat ihr Kursziel für Lufthansa am Mittwoch von 14 auf 7,90 Euro zurückgedreht. Die Investmentbank begründet die markante Korrektur mit Ergebnisrisiken im Frachtgeschäft, steigenden Kerosinkosten und ungeplanten Triebwerkswartungen in der A320neo-Flotte.
Weitere Warnzeichen kommen aus den USA. In der laufenden Berichtssaison haben mit United und Delta Air Lines bereits zwei Schwergewichte die Gewinnerwartungen gesenkt.
Beide Flugkonzerne leiden unter gestiegenen Kerosinpreisen und hohen Tarifabschlüssen. Bei United machen Treibstoff und Gehälter inzwischen 57 Prozent der Betriebskosten aus. Die Aussetzung der Linien nach Tel Aviv trifft United unterdessen wirtschaftlich härter als Konkurrenten.
Konnten Airlines die gestiegene Kosten zuletzt mit noch höheren Ticketpreisen kompensieren, fiel United beim Durchschnittserlös im dritten Quartal 2023 exakt auf den Vorjahreswert zurück. United Aktien werteten am Mittwoch um knapp zehn Prozent ab.
Weil sich Flüge zuletzt schnell füllten, mussten Passagiere Tickets in höheren Buchungsklassen kaufen. Das hat die Gewinne der Fluggesellschaften gehebelt. Selbst geringe Schwankungen der Nachfrage - so die Rechnung der Analysten - könnten in anderer Richtung Erlösrückgänge beschleunigen.
Das hätte verheerende Folgen. Lufthansa sieht ein anhaltend hohes Preisniveau als Grundvoraussetzung für Investitionen in neue Kabinen und effiziente Flugzeuge.
Lufthansa setzt auf Asien und Firmenkunden
Einen abrupten Wetterwechsel bei Nachfrage und Erlösen erwartet Lufthansa aber nicht - im Gegenteil. Für 2024 rechnet der Vorstand mit einem Umsatzbooster durch einen starken Interkontverkehr und mehr Geschäftsreisende.
"Das liegt mathematisch auch daran, dass Märkte wie China, in denen wir überproportional viele Geschäftsreisende haben, jetzt endlich wieder offen sind und wachsen", sagte Spohr.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 19.10.2023 09:25
Kommentare (6) Zur Startseite
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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/inflation-verbraucherpreise-gewinnmaximierung-unternehmen-preiserhoehungen-101.html
Die massiven Drohungen in Richtung Taiwan, der russische Angriff auf die Ukraine, der Stellvertreterkrieg in Palestina usw. sorgen für nachhaltige Unruhe.
Der vermehrte Sehnen nach Heilsbringern ist auch nicht stabilitätsfördernd.
"Jede politische Krise ist auch für die Airlines ein Problem." - fürwahr. Wir erleben es doch - siehe United Airlines mit den Gewinneinschätzungen.
Dabei sehe ich z.B. die LH eigentlich mittlerweile sehr gut aufgestellt.
Die Flotte wird modernisiert und vereinfacht, die Kosten scheinen im Griff zu sein.
Nach Corona scheint sich das zu normalisieren.
Trotzdem straft der Markt sie ab?
Jede politische Krise ist auch für die Airlines ein Problem.
Auch wenn für LH bisher nur die Einstellung der TEL Aviv und Beirut Strecken relevant ist, aber auch die PAX Zahlen in benachbarten Destinationen werden wohl deutlich reduziert sein. Zum Glück spielt der Überflug da keine Rolle., Aber man stelle sich vor, dass jetzt auch der Iran involviert wird und seinen Luftraum schließt
Dieser Beitrag wurde am 19.10.2023 13:24 Uhr bearbeitet.