Scharfe Kontrollen
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Boeing kriegt deutlich weniger 737 MAX fertig

Boeing 737 MAX
Boeing 737 MAX, © Boeing

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RENTON - Fehler in der Endmontage brachten eine Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines zu Jahresbeginn in Bedrängnis. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA steht jetzt bei jeder neuen 737 MAX mit an der Linie. Die Kontrollen verlangsamen die Produktion - Boeing hat im März offenbar kaum 737 MAX fertiggestellt.

Die FAA greift bei Boeing nach dem Verlust eines Kabinenpaneels durch. Die US-Luftfahrtaufsicht regelt die Monatsrate für die 737 MAX bis auf Weiteres bei 38 Flugzeugen ab. Doch selbst davon ist Boeing aktuell weit entfernt.

Nach "Reuters"-Informationen hat Boeing im März "weniger als zehn" 737 MAX ausgeliefert. Grund seien die strengeren Kontrollen der FAA und verlangsamte Fertigungsabläufe zur Qualitätssicherung. Zudem fehlen Boeing Triebwerke für den Besteller. Bereits im Februar hatte Boeing nur noch 17 737 MAX ausliefert.

Die gerissenen Lieferzusagen machen sich inzwischen bei Airlines bemerkbar. Der US-Flugkonzern United Airlines kann seine Crews derzeit nicht auslasten - Piloten dürfen im Mai unbezahlten Sonderurlaub nehmen. Ryanair rechnet bis Ende Juni mit dem Ausfall von 17 737-MAX-Lieferungen - und streicht Flüge.

Nach Medieninformationen hat Boeing eine Sonderprüfung der FAA in mehreren Punkten gerissen. Die US-Flugunfallbehörde NTSB kritisierte im 737-MAX-Werk Renton zudem mangelde Kooperationsbereitschaft und eine lückenhafte Arbeitsdokumentation.

"In der Endmontage von Seattle wurde geschlampt", stellte auch Ryanair-Chef Michael O'Leary gerade gegenüber der "WirtschaftsWoche" fest. "Dort müssen die Arbeitsorganisation und die Qualitätskontrolle wieder top werden."

Stühlerücken bei Boeing

Boeing hat aus dem Qualitätsversagen personelle Konsequenzen gezogen. Nach dem Programmleiter der 737 MAX musste vor Ostern auch der bisherige Chef der Zivilflugzeugsparte Stan Deal seinen Schreibtisch räumen. Konzernchef Dave Calhoun wird den Airbus-Konkurrenten bis Jahresende verlassen.

Der Konzern rechnet durch die Pannen im ersten Quartal mit einem Barmittelabfluss von bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar.
© aero.de | Abb.: Boeing | 05.04.2024 06:37

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Beitrag vom 09.04.2024 - 21:33 Uhr
Bei der aktuellen Liefersituation im Duopol wird kaum jemand Aufträge stornieren. Mit Pönalen kann man bei Boeing Geld bekommen.

Ein Zahlenspiel, um die irrsinnigen Lieferzeiten zu demonstrieren:
A) Boeing 737Max und 737-800/800A: Auftragsbestand = 4767
- FAA_Deckel und Monatsproduktion 2018: 38 pro Monat; Reichweite = 10,5 Jahre
- altes Produktionsziel 2025: 57 pro Monat; Reichweite = 7 Jahre

B) Airbus A320-Familie: Auftragsbestand = 7132
- Produktion 2023: 48 pro Monat; Reichweite = 12,4 Jahre
- Ziel Monatsproduktion 2026/28: 75 pro Monat; Reichweite = 8 Jahre
Gruß Gustl

Bei Boeing kann man noch ein paar Monate drauf addieren, momentan schafft man nicht man die mageren 38 sondern gerade mal 10 ob das in kommenden Monaten besser wird bezweifele ich mal. Also müssen sich jetzt schon Kunden drauf einstellen das ihre geplanten Maschinen deutlich später geliefert werden als vor 3 Monaten noch geplant wurde.
Beitrag vom 07.04.2024 - 12:56 Uhr
Bei der aktuellen Liefersituation im Duopol wird kaum jemand Aufträge stornieren. Mit Pönalen kann man bei Boeing Geld bekommen.

Ein Zahlenspiel, um die irrsinnigen Lieferzeiten zu demonstrieren:
A) Boeing 737Max und 737-800/800A: Auftragsbestand = 4767
- FAA_Deckel und Monatsproduktion 2018: 38 pro Monat; Reichweite = 10,5 Jahre
- altes Produktionsziel 2025: 57 pro Monat; Reichweite = 7 Jahre

B) Airbus A320-Familie: Auftragsbestand = 7132
- Produktion 2023: 48 pro Monat; Reichweite = 12,4 Jahre
- Ziel Monatsproduktion 2026/28: 75 pro Monat; Reichweite = 8 Jahre
Gruß Gustl
Beitrag vom 06.04.2024 - 03:31 Uhr
Merci!


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